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80 Jahre Wolfsburg ohne Nazi-Geschichte?

4. Juli 2018

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Die Stadt Wolfsburg hat ihr 80jähriges Jubiläum unter dem Motto „80 Jahre Zukunft“ mit viel „Glamour“ gefeiert.

Die Vorsitzende des Wolfsburger Verein „Erinnerung und Zukunft“ kritisierte in einem Bericht des Deutschlandfunk, dass dabei die ersten sieben Jahre unter der Nazi-Herrschaft mit tausenden ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlingen keine Rolle spielten.

 https://www.deutschlandfunk.de/wolfsburg-seit-80-jahren-fest-verwoben-mit-vw.769.de.html?dram:article_id=421675

Die VVN-BdA Wolfsburg unterstützt diese Kritik mit anliegender Foto-Montage;  sie kommentiert die von der Stadt liebevoll bepflanzte Porsche-Büste vor dem Rathaus.

Gedenktafel für ermordete Säuglinge beschädigt

6. Juni 2018

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Foto der Gedenktafelenthüllung am 27.5.2013

Zur Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Wolfsburg im Juni 2013 (sog. TddZ) hatte die VVN-BdA Wolfsburg gemeinsam mit der IG Metall und SchülerInnen der BBS1 (Carl-Hahn-Schule) eine Gedenktafel am Schulgebäude enthüllt, die an das sog. ‚Kinderheim‘ des Volkswagenwerkes erinnert, das in der Nazizeit an dieser Stelle stand. Dort kamen viele Neugeborene und Kleinkinder ums Leben, die den Zwangsarbeiterinnen kurz nach der Geburt weggenommen worden waren. Die kleinen Leichen wurden dann auf der städtischen Müllkippe, dem späteren „Russenfriedhof‘, verscharrt. Siehe dazu auch https://wolfsburg.vvn-bda.de/2013/12/28/beeindruckende-enthullung-einer-gedenktafel-fur-sauglinge/
Diese Gedenktafel ist erheblich beschädigt worden – wenige Tage vor dem diesjährigen TddZ-Naziaufmarsch am 2. Juni in Goslar. Die VVN-BdA Wolfsburg vermutet hier einen Zusammenhang und hat Anzeige gegen „Unbekannt“ erstattet. Die Landessprecherin der VVN-BdA Niedersachsen und Vorsitzende der VVN-BdA Wolfsburg hat in ihrem Beitrag auf der Goslarer Protest-Kundgebung gegen den Naziaufmarsch diesen erbärmlichen Anschlag gegen das Gedenken an die toten Kleinkinder verurteilt und dazu aufgefordert, solche Untaten öffentlich zu machen. In Goslar protestierten 3000 Menschen gegen die etwa 250 militanten Neonazis (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung780956.html)
Beide Wolfsburger Lokalzeitungen haben am 1.6. über den schändlichen Anschlag berichtet.

8.Mai in Wolfsburg: Tag der Befreiung

17. Mai 2018

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Auf Einladung des Wolfsburger Vereins Erinnerung und Zukunft und eines breiten Bündnisses, zu dem auch die VVN-BdA Wolfsburg gehört, wurde auch in diesem Jahr der 8.Mai auf der „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ würdig begangen. Der Hauptredner, Propst Dr. Ulrich Lincoln, erinnerte in seiner Ansprache an die Weizsäcker-Rede von 1985, der diesen Tag endlich als Befreiungstag bezeichnet hatte. Diese „Befreiung vom Faschismus“, so der Redner wörtlich, sei für uns heute Vermächtnis und Aufgabe, den rechten nationalistischen und rassistischen Umtrieben entgegen zu treten. Die Gedenkrede von Probst Lincoln findet man hier: http://wolfsburg-erinnerung-zukunft.de/termine/
Noelle Kiefer, Schülerin der Freien Waldorfschule, appellierte mit einem selbst geschriebenen „Poetry Slam“ an ihre Generation, sich bei Rassismus nicht ausschließlich mit Dislikes und #s im Internet zu äußern, sondern sich auch öffentlich sichtbar einzumischen. Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom IG Metall-Chor „Gegenwind“ mit griechischen (Theodorakis), jiddischen und deutschen Liedern musikalisch begleitet. Sie endete mit dem gemeinsamen Gesang des „Moorsoldatenliedes“.

Gedenken am KZ Schandelah-Wohld

1. Mai 2018

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Die Diskussion um die Fundament-Funde des KZ Laagberg hat neu ins Bewusstsein gebracht, dass ganz Norddeutschland mit Außenlagern des KZ Neuengamme übersät war. Zehntausende KZ-Häftlinge aus allen von den Nazi-Armeen überfallenen Ländern mussten dort bis in die letzten Kriegstage für den verbrecherischen Krieg und den Profit der Rüstungsindustriellen schuften. Tausende kamen noch kurz vor Kriegsende jämmerlich ums Leben oder wurden auf die mörderischen Todesmärsche getrieben. So auch vom KZ Schandelah-Wohld aus, das auf halbem Weg zwischen der ‚Stadt des KdF-Wagens‘ und Braunschweig lag. Etwa 800 Häftlinge mussten dort Ölschiefer abbauen, weil daraus Treibstoff gewonnen werden sollte. Fast ein Drittel überlebte die Schwerstarbeit nicht. Viele starben noch auf dem Todesmarsch nach Wöbbelin, wohin auch die Laagberg-Häftlinge getrieben wurden.
Wie auch das KZ-Laagberg in Wolfsburg verdrängte die einheimische Bevölkerung das KZ Schandelah-Wohld. Erst Anfang der 80iger Jahre wurde es u.a. durch Besuche von Überlebenden aus Frankreich und Belgien und durch Aktivitäten von Friedensgruppen ins Bewusstsein zurück geholt. Heute erinnert ein neu gestalteter Gedenkort direkt am Ortseingang an der L 635 an das KZ.
Seit den 90iger Jahren wird jeweils Ende April im Beisein von französischen und belgischen Gästen, die auf dem Weg zur jährlichen Befreiungsfeier in Neuengamme am 2. Mai sind, der KZ-Opfer gedacht. In diesem Jahr wurde auch eine Ausstellung eröffnet, die SchülerInnen der Oberschule Sickte in Auseinandersetzung mit den Verbrechen im KZ Schandelah-Wohld erstellt haben.
Während der Gedenkfeier legte auch die VVN-BdA Wolfsburg ein Gebinde nieder (Foto). Mechthild Hartung lud Vertreter der belgischen und französischen Amicale Neuengamme zu einem Besuch nach Wolfsburg ein, um zur Diskussion über den geplanten Lern- und Gedenkort am Laagberg beizutragen.
Am 8. Mai findet hier in Wolfsburg die jährliche Gedenkveranstaltung an der „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ statt. Hier kann der Einladungsflyer eingesehen werden: Tag der Befreiung

Ostermarsch 2018 in Wolfsburg

10. April 2018

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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

es ist schön, dass ich hier am Sara – Frenkel – Platz zu Euch sprechen kann; Sara Frenkels Schicksal begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen vor 79 Jahren. Unseren herzlichen Gruß an sie von diesem Ostermarsch aus werden wir im Gewerkschaftshaus auf einer Karte unterschreiben.
Nach dem verheerenden verbrecherischen 2. Weltkrieg galt für ‚uns‘: NIE WIEDER KRIEG, NIE WIEDER FASCHISMUS! Ins gesellschaftliche Gedächtnis ist diese Losung mit der leidenschaftlichen Lithografie von Käthe Kollwitz eingegraben.

Die 1945 scheinbar unumstößliche und folgerichtige Forderung „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“ und damit verbunden das Verbot der Wiederbewaffnung wurden trotz Widerstands schon bald unter Adenauer über Bord geworfen.
Konkret für die VVN in Niedersachsen hieß das 1951: die Geschäftsstelle der VVN wurde durchsucht und geschlossen, weil sie sich gegen die Remilitarisierung der BRD eingesetzt hatte.

Wo stehen wir heute? (Mit Zahlen will ich Euch verschonen.)
– Die Politik der BRD hat großen Anteil an der verheerenden, ausweglos erscheinenden weltpolitischen Situation. Wir fordern von unseren beiden Bundestagsabgeordneten, sich konkret und konsequent im  Bundestag für eine Politik der Entspannung einzusetzen. Dazu gehört das „NEIN“ zu Kriegseinsätzen, Rüstungsexporten und Aufrüstung. Nur dann fühlen wir uns von ihnen vertreten (deutlicher Blick zu Falko Mohrs, der allem zu gestimmt hatte bis jetzt). Auch wenn man in der SPD ist, kann man mit NEIN stimmen, wie man im Internet nachsehen kann.

Wir sind keine Traumtänzer, wenn wir fordern:
– Verhandeln statt Bomben! Schluss mit den Versuchen politische Probleme militärisch lösen zu wollen!
– Umgehende Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr!
– Schluss mit den Drohgebärden gegen Russland!
 Keine Erlaubnis für Waffenexporte! – egal ob in Kriegsgebiete, Krisengebiete oder gar an verfeindete Parteien in kriegerischen Auseinandersetzungen! Erst Recht darf der völkerrechtswidrige Überfall der Türkei auf Afrin nicht mit deutschen Waffenlieferungen unterstützt werden!
– Wir treten ein für Rüstungskonversion. Es gibt bereits Konzepte; wenn sie noch nicht weit genug greifen, muss in deren Weiterentwicklung Geld gesteckt werden und nicht in die Rüstungsindustrie.

– Für das Verringern des Rüstungsetats! Er soll nach dem Willen der Bundesregierung von 37 Milliarden € auf 70 Milliarden aufgestockt werden – unvorstellbare Summen. Wir wollen nicht, dass mit unseren Steuergeldern die mörderischen Kriege finanziert werden, die unendliches Leid und lebenslange Traumatisierung der leidenden Bevölkerung hinterlassen. Wir stehen seit Jahrzehnten an der Seite der Geflüchteten hier in Wolfsburg und wissen, wovon wir sprechen. Eine Afghanin kollabiert in meinem Deutschunterricht, krallt sich in meine Haare, als ich mich über sie beuge und ruft mich an „Mama, Mama!“ –

Was muss dem voraus gegangen sein?!

– Grenzen auf für  Menschen auf der Flucht!

Ich möchte schließen mit einem Auszug aus einem Gedicht Bertolt Brechts , das er 1952 schrieb:

Das Gedächtnis der Menschheit

Das Gedächtnis der Menschheit
für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
Ihre Vorstellungsgabe für kommende
Leiden ist fast noch geringer.

Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen.
„Der Regen von gestern  macht uns nicht nass“  – sagen viele.
Diese Abgestumpftheit ist es,
die wir zu bekämpfen haben,
ihr äußerster Grad ist der Tod.

Und doch wird nichts mich davon überzeugen,
dass es aussichtslos ist,
der Vernunft gegen ihre Feinde beizustehen.
Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen,
damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege,
gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,
und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden.

Ich danke Euch.

(Mechthild Hartung, VVN-BdA e.V./ Sprecherin in Niedersachsen, Vorstand Flüchtlingshilfe Wolfsburg e.V.)

 

Sohn eines KZ-Laagberg-Häftlings besuchte Wolfsburg

10. April 2018

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Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN), hat am 5. und 6. April auf Einladung des Vereins Erinnerung und Zukunft und der VVN-BdA e.V. Wolfsburg besucht.
Jean-Michel Gaussot hat seinen Vater Jean Gaussot nie kennen gelernt. Denn ein halbes Jahr vor seiner Geburt (Oktober 1944) wurde der Vater im besetzten Paris wegen Mitarbeit in der Résistance von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg und von dort in das KZ Laagberg der „Stadt des KdF-Wagens“ deportiert. Jean Gaussot war erst 30 Jahre alt, als er nach Monaten körperlicher Schwerstarbeit im Lager Laagberg im April 1945 im Todeslager Wöbbelin bei Ludwigslust an Entkräftung starb, zehn Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen.
In zwei gut besuchten Informations- und Diskussionsveranstaltungen hat Jean-Michel Gaussot aus seinem Buch „Ode au grand absent…“ vorgelesen, worin er sich in einem fiktiven Zwiegespräch mit dem Schicksal seines Vaters auseinander setzt. Sowohl die BesucherInnen am Donnerstag Abend im „Haus der Jugend“ als auch die mehr als 100 Schülerinnen und Schüler in der Vormittags-Veranstaltung am Freitag im Delphin-Palast waren von diesen Erinnerungen zutiefst berührt. An die Lesung schloss sich jeweils eine emotional anregende Diskussion an, die von der Generalsekretärin der AIN, Christine Eckel, kenntnisreich moderiert und bei Bedarf auch deutsch/französisch übersetzt wurde.
Beide örtlichen Zeitungen berichteten über den Besuch von Gaussot.

 

Am Freitag Nachmittag dann besuchte Jean-Michel Gaussot die Stele auf dem Laagberg, die an die Leidensstätte der 800 KZ-Häftlinge erinnert, darunter auch sein Vater. Fast auf den Tag genau, am 7. April 1945, waren von hier aus die Häftlinge auf den Todesmarsch nach Wöbbelin getrieben worden, den sein Vater nicht überlebte.

An den Bauzaun des Einkaufszentrums, das nun an der Stelle der Fundament-Relikte errichtet wird, steckte Jean-Michel Gaussot Nelken, ein bewegender Augenblick (Foto). Die Besichtigung der zwischengelagerten Fundament-Relikte an der geplanten Fläche für den Gedenk- und Lernort schloss den denkwürdigen Besuch ab.

Samstag, 31.3., Ostermarsch in Wolfsburg

22. März 2018

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Unter der Losung „Gegen eine neue Rüstungsspirale: Abrüstung jetzt!“ rufen der DGB-Stadtverband Wolfsburg und die VVN-BdA Wolfsburg zum Ostermarsch auf.

Start: 11.00 Uhr ab Gewerkschaftshaus, Siegfried-Ehlers-Str. 2

Redner sind Devah Kubra Babory vom Verein Bildung für Kinder Afghanistan, Hartwig Erb, Bevollmächtigter der IG Metall, Mechthild Hartung, VVN-BdA Wolfsburg, und Falko Mohrs, SPD-Bundestagsmitglied.
Der Ostermarsch wird von der IG-Metall-Samba-Trommelgruppe „Simon Bolivar“ begleitet.

Der Aufruf kann hier nachgelesen werden: Ostermarsch_WOB

Sohn eines KZ-Laagberg-Häftlings kommt nach Wolfsburg

25. Februar 2018

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Der Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft und die VVN-BdA Wolfsburg haben Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme, zu zwei Informations- und Diskussionsveranstaltungen nach Wolfsburg eingeladen. https://youtu.be/dZKlZEJjcvc

Donnerstag, 5. April 2018, 18.00h

Abendveranstaltung im Veranstaltungsraum des Stadtjugendrings

Kleiststr.33, 38440 Wolfsburg

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Freitag, 6.April 2018, 10.00h – max. 13.00h

Vormittagsveranstaltung für SchülerInnen im Delphin-Palast

Porschestraße 39, 38440 Wolfsburg

Jean-Michel Gaussot hat seinen Vater Jean Gaussot nie kennen gelernt. Denn ein halbes Jahr vor seiner Geburt im Oktober 1944 wurde der Vater im besetzten Paris wegen Widerstand in der Résistance von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg und von dort in das KZ Laagberg der „Stadt des KdF-Wagens“ deportiert. Jean Gaussot war 30 Jahre alt, als er nach Monaten körperlicher Schwerstarbeit im Lager Laagberg im April 1945 im Todeslager Wöbbelin bei Ludwigslust an Entkräftung starb, zehn Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen.
Der Verlust des Vaters, den er nie gekannt hat, prägte und prägt bis heute wichtige Lebensentscheidungen und zwischenmenschliche Beziehungen des Sohnes Jean-Michel Gaussot. Er wurde Diplomat und lebte als Botschafter Frankreichs in Ecuador, Togo, Chile und den Niederlanden. Seit einigen Jahren widmet er sich der Erinnerung an die Deportierten, die den Verbrechen der Nazis zum Opfer fielen. Er ist Generalsekretär der französischen Amicale de Neuengamme und seit November 2015 Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN).
Der Besuch von Herrn Gaussot wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Weitere Informationen zum KZ Laagberg und zur Diskussion um die Gestaltung der dort geplanten Gedenk- und Bildungsstätte findet man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Laagberg

Realschule Rühen engagiert sich wieder

4. Februar 2018

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Im Jahr 2015 hatte der 8.Jahrgang der Realschule Rühen, einer „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, den Maurice-Gleize-Preis erhalten. In der Urkunde heißt es: „In Zusammenhang mit der Übergabe der Gedenktafel für das sog. Kinder- und Säuglingspflegeheim in Rühen an die Öffentlichkeit hat sich die Schule vorbildlich durch Text- und Musikbeiträge engagiert. Sie wird durch verschiedene Maßnahmen … auch in Zukunft die Erinnerung an diesen Ort wach halten.“ (Urkunde)
Dieses Versprechen hat eine 6.Klasse dieser Schule im November 2017 im Rahmen der Antifawoche der IG Metall auf dem Rühener Friedhof bedeutungsvoll eingelöst. Sie gestaltete einen Musikbeitrag in Zusammenhang mit dem Gedenken an die mehr als 350 Säuglinge und Kleinkinder, die im sog. „Säuglings- und Kinderpflegeheim“ einen schrecklichen Tod sterben mussten.
Für das Engagement bedankte sich die VVN-BdA Wolfsburg am Tag der Zeugnisausgabe mit Blumen, die mit dem beziehungsreichen jüdischen Sprichwort versehen waren „DIE ZUKUNFT HAT EINE LANGE VERGANGENHEIT“. Im Gespräch wurden Pläne über eine Fortführung der Gedenkarbeit diskutiert – möglich wäre z.B. eine Sichtbarmachung der Namen der Kinder im Bereich der Erinnerungstafel.
(Die Broschüre, in der über die Enthüllung der Mahn-und Gedenktafel berichtet wird, kann man hier herunterladen.)

Rühen140922_dritte Auflage

VVN-BdA Wolfsburg: 70 Jahre aktiv gegen Rassismus und Neofaschismus

4. Februar 2018

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Die VVN-BdA Wolfsburg erinnerte am 29.1.2018 mit einer besonderen Veranstaltung an ihren 70. Gründungstag. Landessprecherin Mechthild Hartung konnte mehr als 30 Mitglieder und FreundInnen begrüßen, darunter eine Gruppe junger AntifaschistInnen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde eine Ausstellung über die Aktivitäten der VVN Wolfsburg in den vergangenen 70 Jahren präsentiert, deren Highlight die erste Mitgliederliste unserer Kreisorganisation war; auf den Tag genau, vor 70 Jahren, wurde diese Liste datiert “ 29.Januar 1948″.
In einem Grußwort würdigte der Vertreter des DGB-Ortskartells, Gerald Kulms, die gute langjährige Zusammenarbeit für Frieden und Antifaschismus. Danach referierte Peter Asmussen, Vorsitzender der VVN Lüneburg, über die Geschichte des Landgerichts Lüneburg, an dem mehrere ehemalige NS-Richter und Staatsanwälte auch noch in den 50er/60er Jahren tätig waren. Als zentrale Staatsschutzkammer war dieses Gericht federführend zuständig für die Verurteilung zahlreicher niedersächsischer DemokratInnen und AntifaschistInnen zu harten Gefängnisstrafen, darunter auch Mitglieder der Wolfsburger VVN. Drei Broschüren zu diesem Komplex können von der Lüneburger VVN-BdA bezogen werden.
In der regen Diskussion berichteten Anwesende über den schwierigen Weg, die Geschichte der ehemaligen „Stadt des KdF-Wagens“ dem gewollten Vergessen zu entreißen. Dabei war die örtliche VVN immer ein anerkannter Partner und Impulsgeber. Das gilt auch aktuell in der Diskussion um den Umgang mit den Fundamentrelikten des ehemaligen KZ-Außenlagers Laagberg und der Gestaltung der dort geplanten Gedenk- und Bildungsstätte. Eine gute Zusammenfassung dieser Diskussion findet man bei wikipedia unter dem Stichwort KZ-Außenlager Laagberg.
Mit den jungen AntifaschistInnen hatten wir kontinuierlich immer wieder gemeinsame Ziele verfochten wie z.B. die Zurückdrängung der Neonazis bei deren sog. „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf, den Einsatz gegen die Verlegung der KZ-Fundamente vom authentischen Ort oder die Organisierung einer Demo gegen die drohende Abschiebung von etwa 30 jungen Afghanen. Die Jugendlichen stellen sich durch ihr Handeln in die 70jährige Tradition des mahnenden antifaschistischen Kampfes der VVN in Wolfsburg und der Region. Fünf der jungen AntifaschistInnen erklärten auf der Veranstaltung ihren Beitritt zur VVN-BdA, ein Höhepunkt dieses Abends!

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