Wolfsburg: Gemeinsam gegen AfD-Hetze

21. Juli 2020

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Für Samstag, den 18.7., hatte die AfD Niedersachsen zu einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadtmitte mobilisiert. Sie wollte sich damit gezielt bei verunsicherten VW-Beschäftigten anbiedern und hatte dafür zwei prominente Redner aufgeboten. Obwohl die Information darüber erst spät über einen Hinweis auf dem Kontaktformular der VVN Wolfsburg bekannt geworden war, konnte dagegen schnell ein Protest erfreulich vieler, vor allem auch junger Menschen mobilisiert werden. Zwar unterband die Polizei rigide den Gebrauch von Trillerpfeifen und sprach bei Verstoß dagegen ganztägige (!) Platzverweise für den gesamten Innenstadtbereich aus. Dennoch konnten etwa 50 AntifaschistInnen lautstark dafür sorgen, dass die AfD-Hetze meist gut übertönt wurde. Einige Passanten sprachen uns, für den Protest dankend, an, stellten Fragen und reihten sich sogar ein.
So muss es sein: schnell mobilisieren und gemeinsam gegen die Verbreitung von Lügen und Verunsicherung protestieren. Kein Fußbreit den AfD-Rassisten, die vor Kurzem im Rat der Stadt als einzige Fraktion die Resolution „Sicherer Hafen“ ablehnten.
https://seebruecke.org/wir/

(Artikel von M.Hartung)

Gegen Defender 2020 Plus

14. Juli 2020

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Auf Einladung der „Friedensaktion Lüneburger Heide“ demonstrierten am Sonntag, den 5. Juli, in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Fallingbostel trotz zahlreicher rigider Auflagen des Heidekreis Ordnungsamtes rund 70 Friedensfreundinnen und Friedensfreunde gegen die zahlenmäßig reduzierte Fortführung des NATO-Manövers Defender 2020. Darunter waren auch mehrere Mitglieder der niedersächsischen VVN-BdA – siehe Transparent. Besonders erfreulich war auch die Teilnahme mehrerer junger Menschen des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“.
Für die „Friedensaktion Lüneburger Heide“ forderte Charly Braun statt ständig weiter steigender Rüstungsausgaben und neuer atomwaffenfähiger Kampfflugzeuge eine Demilitarisierung der Region und ihre Umwidmung zu einem Biosphärenreservat. Foto Die VVN-Landessprecherin Mecki Hartung wies auf den langjährigen Kampf der VVN-BdA für Frieden und Abrüstung hin und verlangte die Umleitung der Rüstungsmilliarden in den Gesundheitssektor. Foto Diese Forderung unterstützte auch vehement der Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm (Partei „Die Linke“) und untermauerte die skandalöse Unterfinanzierung des Gesundheitsbereiches mit eindrucksvollen Zahlenbeispielen. Die Redebeiträge wurden mehrmals durch spontane Kulturbeiträge und Lieder der Friedensbewegung ergänzt (z.B. „Das weiche Wasser bricht den Stein“ oder „Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne“).
An die Kundgebung vor dem Rathaus schloss sich ein Protestspaziergang an, der zu mehreren Eingängen des örtlichen Truppenübungsplatzes mit jeweiligen Zwischenkundgebungen führte.

Hier wird das Kriegsmaterial für Defender 2020 gelagert (Foto).

Der Endpunkt war der Friedhof der sowjetischen Kriegsgefangenen in Oerbke. Er birgt als einer von drei Friedhöfen des Heidekreises fast 30.000 der insgesamt mehr als 60.000 toten jungen Sowjetsoldaten, die von 1941 bis 1945 in der „Obhut“ der Nazi-Wehrmacht im Heidekreis ums Leben kamen.
Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass die NATO-Kriegstreiberei gegen Russland vor diesem Hintergrund unerträglich ist und verlangten den vollständigen Abbruch von Defender 2020.

Gegen Polizeiwillkür in Wolfsburg und anderswo

8. Juli 2020

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Nun sind gleich lautende Anhörungsbögen der Stadt Wolfsburg an Protestierende und JournalistInnen gegangen. Was ist der Anlass?
In Zusammenhang mit einer bevorstehenden Gerichtsverhandlung gegen einen Umweltaktivisten solidarisierten sich am 2.Juni in Wolfsburg etwa 20 Menschen mit dem Angeklagten. Sie begleiteten ihn mit einer Demonstration und Zwischenkundgebungen zum Amtsgericht. Zur Gerichtsverhandlung wurden nur 4 Personen zu gelassen.
Während dessen erfuhren die Protestierenden, dass vier Mitglieder von „Robin Wood“ von der Polizei festgenommen und in der Polizeiwache festgehalten wurden. Als sie dorthin gehen wollten, um die vier Aktivisten bei ihrer Freilassung zu begrüßen, wurden sie nach wenigen Minuten von mindestens 30 PolizistInnen eingekesselt.
„Wir wurden zwei Stunden lang auf kleinster Fläche eingekesselt! Wasser konnte wegen Coronapandemie nicht herumgereicht werden wie sonst. “, sagt Mechthild Hartung, Landesprecherin der VVN-BdA Niedersachsen.
Auch PressevertreterInnen wurde ihre Arbeit unmöglich gemacht. Ihnen wurden Platzverweise erteilt; Jörg Bergstedt wurde zudem körperlich angegriffen, Dateiträger und Akkus wurden entwendet, anschließend wurde seine leere Kamera und das Stativ konfisziert. Er wurde zur Polizeiwache zitiert, weil dort angeblich die Echtheit seines Presseausweises verifiziert werden sollte.
„Das Vorgehen der Polizei am 2. Juni 2020 in Wolfsburg verstößt gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“, ergänzt Andreas Nolte, ebenfalls Landesprecher der VVN-BdA Niedersachsen, „Und dies muss mindestens disziplinarische Konsequenzen für die verantwortlichen Polizeioffiziere haben“, so Nolte weiter.
Die Corona-Pandemie darf nicht zum Vorwand für die Kriminalisierung von solidarisierendem Protest missbraucht werden!
Die VVN-BdA fordert von den Verantwortlichen in Wolfsburg und, wegen ihrer Brisanz und Einmaligkeit, vom politisch verantwortlichen Innenminister Niedersachsens, Boris Pistorius, die Übergriffe der Polizei am 2. Juni disziplinarisch zu ahnden und zukünftig zu unterbinden. Denn: Ein „Wolfburger Kessel“ darf sich nicht wiederholen!
Gegen die Polizeiwillkür gehen die Beteiligten juristisch und mit Öffentlichkeitsmaßnahmen vor. Gleichzeitig wird eine „Kleine Anfrage“ für den Niedersächsischen Landtag vorbereitet, die Pistorius beantworten muss. Wir sind gespannt.
Video der Aktion Proteste gegen AUTOritäre Politik in Wolfsburg unter https://youtu.be/f9HsMEiI5Yo
und Redebeitrag VW-Mitarbeiterin auf VerkehrsWende-Demo: https://youtu.be/WHMnLLB89uY

Das KZ nebenan – Schandelah

27. Mai 2020

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Gedenkfeier am ehemaligen Konzentrationslager Schandelah -Wohld am 30.4.2018
Die Diskussion um die Fundament-Funde des KZ Laagberg hat neu ins Bewusstsein gebracht, dass ganz Norddeutschland mit Außenlagern des KZ Neuengamme übersät war. Zehntausende KZ-Häftlinge aus allen von den Nazi-Armeen überfallenen Ländern mussten dort bis in die letzten Kriegstage für den verbrecherischen Krieg und den Profit der Rüstungsindustriellen schuften. Tausende kamen noch kurz vor Kriegsende jämmerlich ums Leben oder wurden auf die mörderischen Todesmärsche getrieben.
So auch vom KZ Schandelah-Wohld aus, das auf halbem Weg zwischen der ‚Stadt des KdF-Wagens‘ und Braunschweig lag. Etwa 800 Häftlinge mussten dort Ölschiefer abbauen, weil daraus Treibstoff gewonnen werden sollte. Fast ein Drittel überlebte die Schwerstarbeit nicht. Viele starben noch auf dem Todesmarsch nach Wöbbelin, wohin auch die Laagberg-Häftlinge getrieben wurden.
Wie auch das KZ-Laagberg in Wolfsburg verdrängte die einheimische Bevölkerung das KZ Schandelah-Wohld. Erst Anfang der 80iger Jahre wurde es u.a. durch Besuche von Überlebenden aus Frankreich und Belgien und durch Aktivitäten von Friedensgruppen ins Bewusstsein zurück geholt. Heute erinnert ein recht aufwendig neu gestalteter Gedenkort direkt am Ortseingang an der L 635 an das KZ.

Über die Geschichte des KZ Schandelah-Wohld als auch über den langen und von vielen nicht gewollten Weg der Erinnerung hat nun der Destedter Historiker Dr. Diethelm Krause-Hotopp ein Buch veröffentlicht. Es zeigt eindrücklich, dass es genauso wie in Wolfsburg/ehemals KdF-Stadt nur dem beharrlichen Drängen von AntifaschistInnen zu danken ist, dass diese verbrecherische Geschichte der Region nicht vergessen ist. Informationen zum Buch, dem eine zahlreiche Leserschaft zu wünschen ist, gibt es hier.

8. Mai in Wolfsburg: Gedenken unter Corona-Bedingungen

13. Mai 2020

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Weil die traditionelle Bündnis-Veranstaltung am 8. Mai wegen der Pandemie abgesagt worden war, hatte die Wolfsburger VVN-BdA kurzfristig zu einer Mahnwache an der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus eingeladen. Trotz scharfer Auflagen (Mundschutz, Abstand, Registrierung der Teilnehmenden) waren fast 50 BürgerInnen der Einladung unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ gefolgt (Bilder 1 und 2). Sie legten Gestecke, Blumen und Kränze an der von der Sowjetarmee errichteten Stele und auf den über 450 Grabplatten nieder. Darunter befinden sich 151 Namen von Babys und Kindern.
Die Landessprecherin der VVN-BdA, Mechthild Hartung, begrüßte die Gäste und trug den Offenen Brief der Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA, Ester Bejarano, vor, in dem sie von den Regierenden fordert, den 8. Mai endlich zu einem arbeitsfreien Feiertag zu erklären. 75 Jahre nach der Befreiung sei das mehr als überfällig, um ein deutliches Signal gegen die zunehmenden rassistischen und neofaschistischen Umtriebe zu setzen. Inzwischen sind die ersten 85 000 Unterschriften an Bundestagsabgeordnete übergeben worden.
Die Teilnehmenden an der Gedenkveranstaltung lasen von vorbereiteten Schildern die Namen und Lebensdaten einiger der hier liegenden Opfer vor und machten so deutlich, dass sie und ihr Leiden nicht vergessen sind.
Der Helmstedter Rezitator und Sänger Johann Voss begleitete die Mahnwache mit Liedern und Gedichten und trug so zu ihrem würdigen und bewegenden Charakter bei. Die Veranstaltung endete mit dem gemeinsamen Singen des „Moorsoldaten“-Liedes.

Rühen bei Wolfsburg

10. Mai 2020

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Wir erinnern an den Tod von mehr als 350 Säuglingen und Kleinkindern.
Die Geschichte dieses Verbrechens und die erfahrenen Widerstände bei dem Versuch, durch eine Gedenktafel am authentischen Ort zu mahnen und zum Handeln auf zu fordern, kann man hier nachlesen.

NIE WIEDER!

Stilles Gedenken am Sara-Frenkel-Platz

8. Mai 2020

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– auch für 800 KZ-Häftlinge

Dieser Platz mit dem Mahnmal wurde 2010 der Öffentlichkeit übergeben. Der 2008 als Ratsbeschluss manifestierte Text, der heute als Vermächtnis der BürgerInnen Wolfsburgs im Zentrum der Stadt zu lesen ist, nennt weder die Verantwortlichen für das Leiden der Opfer, noch bezieht er die 8oo KZ-Häftlinge vom KZ Laagberg mit in das Gedenken ein. Beides hatte die VVN-BdA Wolfsburg bei den Beratungen über einen möglichen Text vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben wir ausdrücklich beide Opfergruppen auf der Kranzschleife genannt.
Ausschließlich französische KZ-Häftlinge selbst haben auf dem Gedenkstein am Laagberg für das öffentliche Gedenken an sie gesorgt. Auch der Gedenkstein auf dem Werksgelände (1992) erwähnt die Opfergruppe der KZ-Häftlinge nicht.
Durch die Ausgrabungen der KZ-Fundamente und die öffentlichen Auseinandersetzungen um den Umgang mit ihnen ist das Thema „KZ-Laagberg“ nicht mehr tot zu schweigen. Wie lange wird es nun noch dauern, bis Inschriften verändert werden oder zusätzliche Informationen öffentlich sichtbar gemacht werden?

Nicht vergessen – trotz Corona-Pandemie

7. Mai 2020

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Dezentral gedenken wir der Opfer des Faschismus, wie der 4 Zwangsarbeiter, die in Fallersleben begraben sind.
Vermutlich kamen sie in der Zuckerfabrik zu Tode, die zu „NordZucker“ gehörte.

WER NICHT FEIERT, HAT VERLOREN

7. Mai 2020

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8.Mai, 17.00h Mahnwache auf der Gedenkstätte Werderstraße
(bei Wahrung der Sicherheitsregeln)

Am 8. Mai 2020 jährt sich die Befreiung vom Faschismus zum 75. Mal. Für uns ist dieser Tag Anlass, um ein antifaschistisches Ausrufezeichen gegen Nazis, Faschist*innen und den deutschen Normalzustand zu setzen. Wir gedenken der millionenfach Ermordeten.
Gleichzeitig sehen wir in unserem Gedenken den Auftrag für die Gegenwart, keinen Versuch der Relativierung oder Umdeutung der Geschichte zuzulassen und dem gesellschaftlichen Rechtsruck entschlossen entgegenzutreten.

11.April 1945: Naziherrschaft endet in der „KdF-Stadt“

21. April 2020

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Am 11. April 1945 erreichten die ersten Einheiten der US-Armee die „Stadt des KdF-Wagens“. Die SS und auch die letzten Wehrmachts- verbände waren Richtung Magdeburg abgezogen, sodass die Stadt ohne Kämpfe befreit wurde. Nahezu 15.000 Zwangs- arbeiterInnen und KZ-Häftlinge waren frei. Die Wolfsburger VVN-BdA erinnerte am 75. Jahrestag an diesen Befreiungstag.
An der Info-Stele für den US-Piloten Sidney Benson am Reislinger Markt erinnerte sie gleichzeitig an den jungen US-Soldaten, der im Juni 1944 den Abschuss seines Flugzeuges zwar überlebt hatte, aber schwer verletzt an dieser Stelle von einem HJ-Führer und weiteren verhetzten Bürgern brutal erschlagen worden war. Ebenso wie brutale Folter und Morde im KZ Laagberg wurde auch dieses Verbrechen nicht gesühnt und von der Nachkriegsgesellschaft in der in „Wolfsburg“ umbenannten Stadt verdrängt. Erst im letzten Jahr wurde an der Mordstelle die Stele für Sidney Benson errichtet.

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