Protest gegen NPD-Aufmarsch in Salzgitter

26. November 2018

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Samstag, den 24.11., hat die NPD ihren zweimal verschobenen Aufmarsch in Salzgitter durchgeführt. Dagegen demonstrierten gut 1000 Teilnehmer bei einem „Fest der Demokratie“ vor dem Rathaus. Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen, Vereinen und Stadtrat hatte zum Protest gegen den Aufmarsch aufgerufen. Auch die VVN Wolfsburg war dabei (Foto). Entgegen ihrer Ankündigung von 150 Teilnehmern mobilisierte die NPD nur einige Dutzend Faschos. Diese konnten unter massivem Polizeischutz ihre Route von Bahnhof zum Rathaus und zurück ablaufen. Ohne die Polizei hätten sie keine Chance gehabt. Wie lange noch wollen die staatlichen Genehmigungs-Behörden den Nazis den Weg frei machen? Sie sollten sich daran erinnern, dass genau diese Praxis in der Weimarer Republik den NSDAP-Faschisten den Weg zur Macht geebnet hat.

Bereits 1931 hat dies Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Rosen auf den Weg gestreut“ ironisch, aber fast prophetisch kritisiert. Darin heißt es:

Ihr müsst sie lieb und nett behandeln!
Erschreckt sie nicht, sie sind so zart.
Ihr müsst mit Palmen sie umwandeln
getreulich ihrer Eigenart.

Pfeift Eurem Hunde, wenn er sie ankläfft!
Küsst die Faschisten, küsst die Faschisten, wo Ihr sie trefft!
…….

Und schießen sie, Du lieber Himmel!-
Schätzt Ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifistenfimmel –
Wer möchte nicht gern Opfer sein?

Nennt sie die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen!

Und spürt Ihr auch im Bauch
Den Hitlerdolch tief bis zum Heft?
Küsst die Faschisten, küsst die Faschisten
Küsst die Faschisten, wo Ihr sie trefft!

In Wolfsburg und Rühen: Gedenken zum Nazi-Pogrom 1938

17. November 2018

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In guter Tradition eröffnete die Wolfsburger IG Metall ihre jährliche AntiFa-Woche mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Sara-Frenkel-Platz.  Am Baumstamm, der durch seine russischen Einritzungen an die über 20.000 ZwangsarbeiterInnen in der damaligen KdF-Stadt erinnert, wurden am 9. November Kränze und Blumengebinde niedergelegt. In einem Grußwort warnte die anwesende 96jährige Namensgeberin : „1945 hegten wir die Hoffnung, dass Antisemitismus und Rassismus der Vergangenheit angehören würden. Aber heute suchen sie schon wieder nach Sündenböcken. Wehret den Anfängen, damit sich solches Leid nicht wiederholt.“

Am Sonntag, den 11. November, wurde auf dem Friedhof in Rühen an die 365 Säuglinge und Kleinkinder erinnert, die im sogenannten „Kinderpflegeheim“ des Volkswagenwerkes in Rühen jämmerlich zu Tode kamen. Auch hier war Sara Frenkel anwesend. Sie hatte das Leiden der Kinder als zwangsverpflichtete Krankenschwester mitansehen müssen. In den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte sie sich besonders für die Pflege und die Anbringung einer Gedenkplatte auf dem damals noch ziemlich verwahrlosten Begräbnisplatz der toten Kinder engagiert. Sehr eindrucksvoll war die Rezitation der Ballade „Kinderschuhe aus Lublin“ von Johannes R. Becher durch Jugendliche der Realschule Rühen.

Mitglieder der VVN-BdA Wolfsburg besuchten anschließend mit einem kleinen Blumengesteck noch den Standort des ehemaligen „Kinderpflegeheims“ am Ortsrand von Rühen. An diesem authentischen Ort hatte die VVN gemeinsam mit dem IG Metall-Wohnbezirk Brome am 9. Mai 2014 eine Mahn- und Gedenktafel enthüllt. Sie soll daran erinnern, dass diese Verbrechen nicht irgendwo „fernab“, sondern mitten im dörflichen Leben geschahen (https://wolfsburg.vvn-bda.de/2013/11/12/zum-sterben-geboren-im-lager-ruhen-das-lager-das-zum-sterbelager-wurde/).

 

Französische Gäste: Gedenken am KZ Laagberg

5. November 2018

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Die Diskussion um die Fundament-Funde des KZ Laagberg hat neu ins Bewusstsein gebracht, dass ganz Norddeutschland mit Außenlagern des KZ Neuengamme übersät war. Zehntausende KZ-Häftlinge aus allen von den Nazi-Armeen überfallenen Ländern mussten dort bis in die letzten Kriegstage für den verbrecherischen Krieg und den Profit der Rüstungsindustriellen schuften. Tausende kamen noch kurz vor Kriegsende jämmerlich ums Leben oder wurden auf die mörderischen Todesmärsche getrieben. So auch vom KZ Laagberg, wo knapp 800 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme ab Mai 1944 auf Veranlassung des Volkswagenwerkes Schwerstarbeit unter unvorstellbaren Bedingungen leisten mussten (https://wolfsburg.vvn-bda.de/2017/07/23/geschichte-des-kz-laagberg-in-den-wolfsburger-nachrichten/).
Etwa die Hälfte der Häftlinge waren französische Widerstandskämpfer. 36 Nachkommen dieser und weiterer Franzosen in den norddeutschen KZ-Außenlagern besuchten Anfang November im Rahmen einer Gedenkfahrt nach Neuengamme auch das ehemalige KZ-Außenlager Laagberg.

Zuvor waren sie bereits in Bergen-Belsen und den KZ-Außenlagern Drütte und SZ-Watenstedt. Unter ihnen war auch Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN). Sein Vater ist auf dem Todesmarsch vom Laagberg nach Wöbbelin umgekommen. Jean-Michel Gaussot war auf Einladung der VVN-BdA Wolfsburg und des Wolfsburger Vereins „Erinnerung und Zukunft“ im Frühjahr in Wolfsburg, hatte aus dem Buch über seinen Vater gelesen und mit jungen Menschen diskutiert (https://wolfsburg.vvn-bda.de/2018/04/10/sohn-eines-kz-laagberg-haeftlings-besuchte-wolfsburg/).
Die VVN-BdA hatte sich gewünscht, dass im Rahmen der Gedenkfahrt 2018 auch Wolfsburg besucht wird, was nun gelungen ist. Die französischen Gäste gingen auch zur Baustelle für das Einkaufszentrum, das an der Fundstelle der Original-Fundamente entsteht, und zum Ausweichort auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Fundortes hinter dem Lidl-Markt. Dort wird der Gedenk- und Lernort entstehen und dort sind seit Baubeginn für das Einkaufszentrum die Original-Fundamente zwischen gelagert. „Kein optimaler Standort“, sagt Gaussot. „Aber es ist wichtig, die Erinnerung an das Lager überhaupt zu bewahren.“ Ausdrücklich dankt er der VVN-BdA und dem Verein „Erinnerung und Zukunft“ für ihr Engagement in dieser Sache.

Nach einer bewegenden Gedenkzeremonie mit Kranzniederlegung und Gesang mehrerer Strophen des „Moorsoldatenliedes“ in deutscher und französischer Sprache an der Stele fuhren die Gäste weiter nach Wöbbelin, dem Ziel des Todesmarsches vom Laagberg. Viele der vollkommen entkräfteten Häftlinge starben auf dem Todesmarsch und in Wöbbelin an den unsäglichen Bedingungen und konnten den Befreiungstag des 2. Mai nicht mehr erleben.


Den Abschluss der Fahrt bildet der Aufenthalt im KZ-Stammlager Neuengamme. Der Besuch der Gäste aus Frankreich, darunter mehrere junge AntifaschistInnen, zeigt, dass die von Deutschland ausgehenden Nazigräuel in den überfallenen Ländern nicht vergessen sind. Die Gespräche zeigten keinen Hass gegenüber den Deutschen, aber Besorgnis über das Wiederaufleben von Neofaschismus und Rassismus, dem die DemokratInnen in Frankreich und Deutschland entschlossen entgegentreten müssen.
Beide Wolfsburger Tageszeitungen berichteten am 2.11. über die Gedenkfahrt.

Bleiberecht ist Menschenrecht!

29. Oktober 2018

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Seenotrettung – ein Muss!

In Braunschweig unter- stützten wir eine Demonstration der „AG gegen Rechts im Stadtjugendring Braunschweig“, auf der „Abschiebestopp und Bleiberecht für Alle!“ sowie Seenotrettung ohne Kriminalisierung der Aktiven gefordert wurden. Die meist jugendlichen RednerInnen betonten engagiert den Zusammenhang von Krieg, Waffenlieferungen und menschlichem Leid, das sie zur Folge haben. Geflüchtete verlieren manchmal alles, was ihnen lieb war: die gewohnte Umgebung, das Klima, vielleicht die Großeltern, ein Haustier. Erlebte Angst und Gewalt kann man nicht weg wischen wie einen Fleck.
Im Aufruf heißt es u.a.: „Bürgerkrieg, politische oder religiöse Verfolgung, Leben in einer Diktatur, Zerstörung der Existenzgrundlagen, lebensbedrohende Armut…Die Gründe zu fliehen, sind Vielfältig. – Anstatt ihnen Schutz zu gewähren, werden aktuell immer wieder Menschen abgeschoben. … Unabhängige Recherchen ergaben, dass bis zu 50% der Inhaftierungen, die den Abschiebungen oft voraus gehen, rechtswidrig sind.“
Erschütternd war der Bericht eines jungen Afghanen, der immer wieder Tränen unterdrücken musste. Er hatte auf der Flucht seine Eltern und zwei Geschwister verloren – er hatte nur noch seinen kleinen Bruder, mit dem er alles durchlebte, was man immer wieder hört und liest: tagelange Fußmärsche, Hunger, kaum Schlaf, Übersetzen von der Türkei nach Griechenland in einem überfüllten Schlauchboot, das kentert…Dafür, dass er sich überwunden hat, alles noch einmal öffentlich zu erzählen, wurde ihm durch lang anhaltenden Beifall und tröstende Umarmung gedankt.

Hoch die internationale Solidarität!

Antirassistische Parade in Hamburg

3. Oktober 2018

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Am 29. September trafen sich unter dem Motto „We’ll Come United“ über 25 000 Menschen in Hamburg, um mit einer Parade für Teilhabe, Solidarität und gleiche Rechte für alle und gegen das Sterben im Mittelmeer und den alltäglichen Rassismus zu demonstrieren. Darunter waren auch Wolfsburger AntifaschistInnen, die zusammen mit Flüchtlingen mit dem Niedersachsenticket nach Hamburg gereist waren.

44 bunte Trucks gaben der Demonstration ein lautstarkes und fröhliches Gepräge. Zum Abschluss feierten alle zusammen am Hamburger Hafen ein buntes Fest „United Against Racism – Zusammen gegen Rassismus“. Bei der Rückfahrt nach einem langen erlebnisreichen Tag waren sich die WolfsburgerInnen einig: jeder, der nicht dabei war, hat viel verpasst. Und im nächsten Jahr sind wir wieder bei der Antirassistische Parade dabei und nehmen noch mehr WolfsburgerInnen mit!

Handwerkerviertel: Stelen und Info-Tafeln erinnern an Nazizeit

22. August 2018

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Mitte August wurden im sanierten Handwerkerviertel insgesamt 10 Stelen und Info-Tafeln in einer „Ausstellung vor Ort“ der Öffentlichkeit übergeben. Sie erinnern an die Nazivergangenheit der ehemaligen Barackenstadt. Im sog. „Gemeinschaftslager“ waren neben städtischen Behörden zuerst italienische Bauarbeiter, später ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene untergebracht. Eine Tafel erinnert in der Kleiststraße 44 an das mit Stacheldraht eingezäunte Kriegsgefangenen-/Straflager, wo sowjetische und italienische Kriegsgefangene besonders schlecht behandelt wurden. „Wie Tiere“ berichtet ein niederländischer Student in einem Brief nach Hause.
Eine weitere Tafel am Schachtweg 10 erinnert an das sog. „Ausländer-Kinderheim“ – siehe Foto. Dort kamen etwa 75 Babys und Kleinkinder ums Leben, die ihren Müttern nach wenigen Tagen entrissen worden waren. Die Mütter mussten dann wieder im Volkswagenwerk arbeiten. Die VVN-BdA Wolfsburg hatte frühzeitig vor der Sanierung des Viertels auf diese Erinnerung an die Nazizeit gedrängt und bereits 2013 eine Mahn – und Gedenktafel an der BBS1 auf der anderen Straßenseite angebracht. Diese Tafel ist im Vorfeld des Naziaufmarsches in Goslar Anfang Juni beschädigt worden (s.Bericht der VVN-BdA).
Auf den Stelen und Info-Tafeln befinden sich  QR-Codes für diejenigen, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten (https://www.wolfsburg.de/newsroom/2018/04/25/07/41/portal-gemeinschaftslager). Sie führen zu Texten, die das IZS erarbeitet hat.
Die VVN-BdA Wolfsburg freut sich sehr, dass die NS-Geschichte nun im Handwerkerviertel vielfach sichtbar gemacht wurde. Wir gehen davon aus, dass, wie versprochen, bei den zukünftigen Baumaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Ostlagers auch eine archäologische Baubegleitung gewährleistet ist und auch dort an die ZwangsarbeiterInnen aus der Sowjetunion und Polen erinnert wird; sie mussten besonders unter den Nazischergen und der Schwerstarbeit im Volkswagenwerk leiden.

80 Jahre Wolfsburg ohne Nazi-Geschichte?

4. Juli 2018

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Die Stadt Wolfsburg hat ihr 80jähriges Jubiläum unter dem Motto „80 Jahre Zukunft“ mit viel „Glamour“ gefeiert.

Die Vorsitzende des Wolfsburger Verein „Erinnerung und Zukunft“ kritisierte in einem Bericht des Deutschlandfunk, dass dabei die ersten sieben Jahre unter der Nazi-Herrschaft mit tausenden ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlingen keine Rolle spielten.

 https://www.deutschlandfunk.de/wolfsburg-seit-80-jahren-fest-verwoben-mit-vw.769.de.html?dram:article_id=421675

Die VVN-BdA Wolfsburg unterstützt diese Kritik mit anliegender Foto-Montage;  sie kommentiert die von der Stadt liebevoll bepflanzte Porsche-Büste vor dem Rathaus.

Gedenktafel für ermordete Säuglinge beschädigt

6. Juni 2018

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Foto der Gedenktafelenthüllung am 27.5.2013

Zur Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Wolfsburg im Juni 2013 (sog. TddZ) hatte die VVN-BdA Wolfsburg gemeinsam mit der IG Metall und SchülerInnen der BBS1 (Carl-Hahn-Schule) eine Gedenktafel am Schulgebäude enthüllt, die an das sog. ‚Kinderheim‘ des Volkswagenwerkes erinnert, das in der Nazizeit an dieser Stelle stand. Dort kamen viele Neugeborene und Kleinkinder ums Leben, die den Zwangsarbeiterinnen kurz nach der Geburt weggenommen worden waren. Die kleinen Leichen wurden dann auf der städtischen Müllkippe, dem späteren „Russenfriedhof‘, verscharrt. Siehe dazu auch https://wolfsburg.vvn-bda.de/2013/12/28/beeindruckende-enthullung-einer-gedenktafel-fur-sauglinge/
Diese Gedenktafel ist erheblich beschädigt worden – wenige Tage vor dem diesjährigen TddZ-Naziaufmarsch am 2. Juni in Goslar. Die VVN-BdA Wolfsburg vermutet hier einen Zusammenhang und hat Anzeige gegen „Unbekannt“ erstattet. Die Landessprecherin der VVN-BdA Niedersachsen und Vorsitzende der VVN-BdA Wolfsburg hat in ihrem Beitrag auf der Goslarer Protest-Kundgebung gegen den Naziaufmarsch diesen erbärmlichen Anschlag gegen das Gedenken an die toten Kleinkinder verurteilt und dazu aufgefordert, solche Untaten öffentlich zu machen. In Goslar protestierten 3000 Menschen gegen die etwa 250 militanten Neonazis (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung780956.html)
Beide Wolfsburger Lokalzeitungen haben am 1.6. über den schändlichen Anschlag berichtet.

8.Mai in Wolfsburg: Tag der Befreiung

17. Mai 2018

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Auf Einladung des Wolfsburger Vereins Erinnerung und Zukunft und eines breiten Bündnisses, zu dem auch die VVN-BdA Wolfsburg gehört, wurde auch in diesem Jahr der 8.Mai auf der „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ würdig begangen. Der Hauptredner, Propst Dr. Ulrich Lincoln, erinnerte in seiner Ansprache an die Weizsäcker-Rede von 1985, der diesen Tag endlich als Befreiungstag bezeichnet hatte. Diese „Befreiung vom Faschismus“, so der Redner wörtlich, sei für uns heute Vermächtnis und Aufgabe, den rechten nationalistischen und rassistischen Umtrieben entgegen zu treten. Die Gedenkrede von Probst Lincoln findet man hier: http://wolfsburg-erinnerung-zukunft.de/termine/
Noelle Kiefer, Schülerin der Freien Waldorfschule, appellierte mit einem selbst geschriebenen „Poetry Slam“ an ihre Generation, sich bei Rassismus nicht ausschließlich mit Dislikes und #s im Internet zu äußern, sondern sich auch öffentlich sichtbar einzumischen. Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom IG Metall-Chor „Gegenwind“ mit griechischen (Theodorakis), jiddischen und deutschen Liedern musikalisch begleitet. Sie endete mit dem gemeinsamen Gesang des „Moorsoldatenliedes“.

Gedenken am KZ Schandelah-Wohld

1. Mai 2018

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Die Diskussion um die Fundament-Funde des KZ Laagberg hat neu ins Bewusstsein gebracht, dass ganz Norddeutschland mit Außenlagern des KZ Neuengamme übersät war. Zehntausende KZ-Häftlinge aus allen von den Nazi-Armeen überfallenen Ländern mussten dort bis in die letzten Kriegstage für den verbrecherischen Krieg und den Profit der Rüstungsindustriellen schuften. Tausende kamen noch kurz vor Kriegsende jämmerlich ums Leben oder wurden auf die mörderischen Todesmärsche getrieben. So auch vom KZ Schandelah-Wohld aus, das auf halbem Weg zwischen der ‚Stadt des KdF-Wagens‘ und Braunschweig lag. Etwa 800 Häftlinge mussten dort Ölschiefer abbauen, weil daraus Treibstoff gewonnen werden sollte. Fast ein Drittel überlebte die Schwerstarbeit nicht. Viele starben noch auf dem Todesmarsch nach Wöbbelin, wohin auch die Laagberg-Häftlinge getrieben wurden.
Wie auch das KZ-Laagberg in Wolfsburg verdrängte die einheimische Bevölkerung das KZ Schandelah-Wohld. Erst Anfang der 80iger Jahre wurde es u.a. durch Besuche von Überlebenden aus Frankreich und Belgien und durch Aktivitäten von Friedensgruppen ins Bewusstsein zurück geholt. Heute erinnert ein neu gestalteter Gedenkort direkt am Ortseingang an der L 635 an das KZ.
Seit den 90iger Jahren wird jeweils Ende April im Beisein von französischen und belgischen Gästen, die auf dem Weg zur jährlichen Befreiungsfeier in Neuengamme am 2. Mai sind, der KZ-Opfer gedacht. In diesem Jahr wurde auch eine Ausstellung eröffnet, die SchülerInnen der Oberschule Sickte in Auseinandersetzung mit den Verbrechen im KZ Schandelah-Wohld erstellt haben.
Während der Gedenkfeier legte auch die VVN-BdA Wolfsburg ein Gebinde nieder (Foto). Mechthild Hartung lud Vertreter der belgischen und französischen Amicale Neuengamme zu einem Besuch nach Wolfsburg ein, um zur Diskussion über den geplanten Lern- und Gedenkort am Laagberg beizutragen.
Am 8. Mai findet hier in Wolfsburg die jährliche Gedenkveranstaltung an der „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ statt. Hier kann der Einladungsflyer eingesehen werden: Tag der Befreiung

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