Stilles Gedenken am Sara-Frenkel-Platz

8. Mai 2020

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– auch für 800 KZ-Häftlinge

Dieser Platz mit dem Mahnmal wurde 2010 der Öffentlichkeit übergeben. Der 2008 als Ratsbeschluss manifestierte Text, der heute als Vermächtnis der BürgerInnen Wolfsburgs im Zentrum der Stadt zu lesen ist, nennt weder die Verantwortlichen für das Leiden der Opfer, noch bezieht er die 8oo KZ-Häftlinge vom KZ Laagberg mit in das Gedenken ein. Beides hatte die VVN-BdA Wolfsburg bei den Beratungen über einen möglichen Text vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben wir ausdrücklich beide Opfergruppen auf der Kranzschleife genannt.
Ausschließlich französische KZ-Häftlinge selbst haben auf dem Gedenkstein am Laagberg für das öffentliche Gedenken an sie gesorgt. Auch der Gedenkstein auf dem Werksgelände (1992) erwähnt die Opfergruppe der KZ-Häftlinge nicht.
Durch die Ausgrabungen der KZ-Fundamente und die öffentlichen Auseinandersetzungen um den Umgang mit ihnen ist das Thema „KZ-Laagberg“ nicht mehr tot zu schweigen. Wie lange wird es nun noch dauern, bis Inschriften verändert werden oder zusätzliche Informationen öffentlich sichtbar gemacht werden?

Nicht vergessen – trotz Corona-Pandemie

7. Mai 2020

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Dezentral gedenken wir der Opfer des Faschismus, wie der 4 Zwangsarbeiter, die in Fallersleben begraben sind.
Vermutlich kamen sie in der Zuckerfabrik zu Tode, die zu „NordZucker“ gehörte.

WER NICHT FEIERT, HAT VERLOREN

7. Mai 2020

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8.Mai, 17.00h Mahnwache auf der Gedenkstätte Werderstraße
(bei Wahrung der Sicherheitsregeln)

Am 8. Mai 2020 jährt sich die Befreiung vom Faschismus zum 75. Mal. Für uns ist dieser Tag Anlass, um ein antifaschistisches Ausrufezeichen gegen Nazis, Faschist*innen und den deutschen Normalzustand zu setzen. Wir gedenken der millionenfach Ermordeten.
Gleichzeitig sehen wir in unserem Gedenken den Auftrag für die Gegenwart, keinen Versuch der Relativierung oder Umdeutung der Geschichte zuzulassen und dem gesellschaftlichen Rechtsruck entschlossen entgegenzutreten.

11.April 1945: Naziherrschaft endet in der „KdF-Stadt“

21. April 2020

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Am 11. April 1945 erreichten die ersten Einheiten der US-Armee die „Stadt des KdF-Wagens“. Die SS und auch die letzten Wehrmachts- verbände waren Richtung Magdeburg abgezogen, sodass die Stadt ohne Kämpfe befreit wurde. Nahezu 15.000 Zwangs- arbeiterInnen und KZ-Häftlinge waren frei. Die Wolfsburger VVN-BdA erinnerte am 75. Jahrestag an diesen Befreiungstag.
An der Info-Stele für den US-Piloten Sidney Benson am Reislinger Markt erinnerte sie gleichzeitig an den jungen US-Soldaten, der im Juni 1944 den Abschuss seines Flugzeuges zwar überlebt hatte, aber schwer verletzt an dieser Stelle von einem HJ-Führer und weiteren verhetzten Bürgern brutal erschlagen worden war. Ebenso wie brutale Folter und Morde im KZ Laagberg wurde auch dieses Verbrechen nicht gesühnt und von der Nachkriegsgesellschaft in der in „Wolfsburg“ umbenannten Stadt verdrängt. Erst im letzten Jahr wurde an der Mordstelle die Stele für Sidney Benson errichtet.

Ostermarsch 2020 – Rüstung tötet schon jetzt!

13. April 2020

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In diesem Jahr konnten die Ostermärsche wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht auf der Straße stattfinden. Dabei waren sie dieses Jahr wichtiger denn je, denn die Corona-Pandemie zeigt nun, dass Investitionen in das Gesundheitswesen und andere zivile Bereiche viel wichtiger gewesen wären, um für menschliche Sicherheit sorgen zu können. Wer jetzt wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg fordert, dass die Verteidigungsausgaben trotz Corona-Krise weiter gesteigert werden müssen, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Um globalen Herausforderungen wie Pandemien, der Klimakrise oder Armut begegnen zu können, brauchen wir zivile Antworten für eine friedliche und solidarische Welt.
Wolfsburger und Braunschweiger FriedensaktivistInnen haben daher versucht, den Ostermarsch virtuell stattfinden zu lassen. Das Foto zeigt Teilnehmer aus Wolfsburg (Mecki und Alfred Hartung). Weitere Informationen und Fotos findet man auf der Homepage www.friedenszentrum.info.

Hier kann die Rede von Mecki Hartung gelesen werden, die sie für die VVN-BdA Wolfsburg auf dem Sara-Frenkel-Platz gehalten hätte. Ostermarsch 2020

7. April 1945: Todesmarsch vom KZ Laagberg nach Wöbbelin

11. April 2020

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Die VVN erinnerte am 75. Jahrestag des Todesmarsches an Leiden und Tod der KZ-Häftlinge. Seit dem Auffinden der Fundamentreste des ehemaligen KZ Laagberg kann die Existenz dieses KZs in Wolfsburg nicht mehr verschwiegen werden.
Die Auflösung des Laagberg-Lagers wurde bisher in der Wolfsburger Öffentlichkeit aber kaum thematisiert.
Vor 75 Jahren, am 7. April 1945, wurden die Häftlinge des Außenlagers Laagberg deportiert. Ihre Zahl hatte sich durch Transporte aus dem Kasseler Raum und aus dem Neuengamme-Außenlager Porta Westfalica auf rund 1600 nahezu verdoppelt. Sie wurden, kraftlos, wie sie waren, von der SS zum Bahnhof Fallersleben getrieben und zu mehr als 100 Mann in Güterwaggons eingepfercht. Von dort aus wurden sie über mehrere Stationen mit tagelangen Wartepausen – eingezwängt in den Viehwaggons, nahezu ohne Wasser und Nahrung – nach Wöbbelin verschleppt. Dort starben dem Bericht eines Überlebenden zufolge, der im Lager Wöbbelin im Krankenrevier lag, täglich mehr als fünfzig Gefangene an Typhus, Tuberkulose, Ruhr, Ödemen und allgemeinem körperlichem Verfall. Am 2. Mai wurden die KZ-Häftlinge von amerikanischen Truppen befreit. So endete das KZ-Außenlager Laagberg, das integraler Bestandteil des Lager- und KZ-Systems um das Volkswagenwerk in der „KdF-Stadt“ gewesen war.
Der Todesmarsch begann genau am heutigen Eingang zu REWE. Hier befand sich das Lagertor, dahinter erstreckte sich der gefürchtete Appellplatz mit dem Galgen. Die VVN Wolfsburg verlangt, dass zusätzlich zu dem geplanten Lern -und Gedenkort zwischen Lidl-Markt und Tankstelle an diesem belebten Ort an die Geschichte und die hier begangenen fürchterlichen Verbrechen erinnert wird. Das besagt auch der Ratsbeschluss vom 21.8.2018. Dies könnte z.B. durch eine Informationstafel in Verbindung mit einer „Stolperschwelle“ geschehen.

Dazu muss die 1938 gegründete „Neuland“ bereit sein!

13. April 1945: Massenmord in Gardelegen

8. April 2020

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Anfang April 1945 wurden die frontnahen Außenlager des KZ Mittelbau-Dora sowie ein Außenlager des KZ Neuengamme in Hannover-Stöcken vor den herannahenden alliierten Truppen geräumt. Die Lager-Wachmannschaften der SS und der Wehrmacht trieben die KZ-Häftlinge in die Altmark. Am Abend des 13. April erreichten Marschkolonnen Gardelegen, wo die Häftlinge in die Feldscheune des Gutes Isenschnibbe getrieben wurden. Anschließend steckten die Wachmannschaften die Scheune in Brand, nachdem sie zuvor versucht hatten, die Häftlinge mit Maschinengewehrfeuer zu töten. 1016 Menschen wurden brutal ermordet. Die Opfer des Massakers stammten aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich, Ungarn, Belgien, Deutschland, Italien, der ehemaligen Tschechoslowakei und Jugoslawien, den Niederlanden, Spanien und Mexiko. Nur von 305 Ermordeten ließ sich nach der Entdeckung des Tatorts die namentliche Identität ermitteln.
Für den 6. April 2020 war von der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Hansestadt Gardelegen eine Gedenkveranstaltung mit dem Bundespräsidenten zum 75. Jahrestags des Massakers in der Isenschnibber Feldscheune geplant. Gleichzeitig sollte das neue Dokumentationszentrums mit der Dauerausstellung „Gardelegen 1945 eröffnet werden. Die Stiftung musste diese Veranstaltung zur Erinnerung an das Massaker und seine Nachwirkungen wegen der akuten Ausbreitung des Corona-Virus leider absagen. Ein neuer Termin ist bisher nicht benannt. Die VVN-BdA Wolfsburg wird diesen Termin dann bekannt geben und zur Teilnahme einladen.

Weitere Informationen zur Gedenkstätte Gardelegen-Isenschnibber Scheune findet man unter:

https://gedenkstaette-gardelegen.sachsen-anhalt.de/

21.März: Protest am Antirassismustag

2. April 2020

Vor der Menschenvernichtung

war die Menschenverachtung.

Vor der Menschenverachtung

war die Gedankenlosigkeit.

Seit 1992 wurden 208 Menschen von Neonazis ermordet. Immer wieder verharmlosen dennoch die Behörden die Gefahr von rechts. Kampf gegen Rassismus bleibt auch in „Corona“-Zeiten wichtig.

„Die Geige von Cervarolo“

1. März 2020

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Mittwoch, 18.3.2020, 18.00h, Centro Italiano

Goethestr.48, 38440 Wolfsburg

Film, Fotos und Diskussion mit Michael Quelle und Oliver Kogge, Stade

Die Geige aus Cervarolo

2.Weltkrieg in Italien: Vigilio Rovali aus Cervarolo wird an die Front geschickt. Der junge Musiker aus dem Appenin bei Reggio Emilia vertraut seine wertvolle Geige seiner Mutter an. Doch am 20. März 1944 fallen Soldaten der “Fallschirm-Panzerdivision- Hermann Göring“ in das kleine Dorf ein. Sie plündern, stecken die Häuser in Brand und töten 24 Einwohner. Als es Jahrzehnte später zum Prozess kommt, erzählen einige der Überlebenden. Auch über Rovalis Geige.

Il violino di Cervarolo

Durante la seconda guerra mondiale, poco prima di partire soldato, il giovane Virgilio Rovali di Cervarolo, affidò a la madre il suo prezioso violino. Ma il 20 marzo 1944, quando Virgilio era ancora lontano da casa, i militari della Divisione nazista Hermann Göring bruciarono il paese e uccisero 24 civili. Oggi qui può testimoniare quello che accade?

Es lädt ein:

VVN-BdA Wolfsburg e.V.

in Kooperation mit der Rosa- Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V.

Weiteres Erstarken des Neofaschismus stoppen!

28. Februar 2020

Gemeinsame Veranstaltung von VVN-BdA e.V., IG Metall Wolfsburg und Schulterschluss Wolfsburger Demokraten am 17.3., 18.00 Uhr, im Wolfsburger Gewerkschaftshaus mit:

 

– Hartwig Erb, 1. Bevollmächtigter der IGM Wolfsburg
– Cornelia Kerth, Bundessprecherin VVN-BdA
– Dr. Jens Binner, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
– Christoph Heubner, Geschäftsführender Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitee

Die Berliner Finanzbehörden haben der VVN-BdA e.V. den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Die IG Metall Wolfsburg fordert, der VVN-BdA diesen Status wieder anzuerkennen. Die Erinnerung an die Verbrecher und Opfer des Naziregimes ist gerade in der heutigen Zeit wichtig für die Gesellschaft, da dadurch ein weiteres Erstarken des Neofaschismus gestoppt werden kann. Das zeigen ganz deutlich die Ereignisse in Thüringen und in Hanau. Nur eine von 17 Verfassungsschutzbehörden in Deutschland stuft die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusst“ ein. Der bayerische Verfassungsschutz tut dies seit Jahren in seinen Berichten fast nach dem Copy-und-Paste-Verfahren. Des Weiteren hat das Finanzamt Oberhausen aufgrund derselben Sachlage und Eingabe der VVN-BdA NRW die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Von daher ist die Entscheidung des Berliner Finanzamts nicht nachvollziehbar.

Flyer

 

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