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Protest vor lettischem Konsulat

22. März 2017

Antifaschisten protestieren gegen Aufmarsch der Waffen-SS-Freunde in Riga!

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Lettische Veteranen der Waffen-SS sind am 16.3.17 erneut in Riga aufmarschiert. Unter Polizeischutz zogen rund 2000 Faschisten und Sympathisanten durch die Hauptstadt des NATO- und EU-Mitgliedslandes zum Freiheitsdenkmal. Dort legten sie wie in jedem Jahr Blumen nieder. Der auch international unterstützte Gegenprotest ist wiederum von der lettischen Polizei massiv behindert worden. Im letzten Jahr waren zahlreiche deutsche AntifaschistInnen an der lettischen Grenze in Abschiebegewahrsam genommen worden und nach einigen Tagen Haft abgeschoben worden. Die Sprecherin der VVN-BdA Cornelia Kerth war bereits in Hamburg von den deutschen Behörden am Flug nach Riga gehindert worden.
In diesem Jahr hatte deswegen die FIR (Internationale Föderation der WiderstandskämpferInnen) auch zu Protesten der europäischen AntifaschistInnen vor lettischen Botschaften aufgerufen. In Deutschland protestierten zusätzlich deutsche AntifaschistInnen vor den lettischen Honorarkonsulaten in Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/M. und München. In Bremen demonstrierten bereits am Vormittag 20 AntifaschistInnen aus Bremen und Niedersachsen, darunter auch Wolfsburger BürgerInnen – siehe Foto. Der bremische Landesvorsitzende der VVN-BdA, Raimund Gaebelein, übergab ein Protestschreiben an Herrn Lutz Peper, den lettischen Honorarkonsul, in dem es u.a. heißt: “Da wir davon ausgehen, dass Sie wie wir eine Ehrung von Angehörigen der Waffen-SS egal in welchem Land verurteilen, möchten wir Sie in Ihrer Funktion als Honorarkonsul der Republik Lettland bitten, Ihren Einfluss und Ihre Kontakte in Lettland zu nutzen und sowohl gegen die Ehrung an sich als auch gegen die Behinderung der lettischen Antifaschisten und ihrer Gäste Stellung zu nehmen.” Das Protestschreiben nahm eine Angestellte entgegen. Der Konsul selbst ließ sich verleugnen.

Weitere Berichte unter

 

http://www.vvn-bda.de/internationale-proteste-gegen-die-ehrung-der-waffen-ss-in-riga/

 

27. Januar: Würdige Erinnerung in Wolfsburg

2. Februar 2017

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unnamedAuch in diesem Jahr wurde am 27. Januar in Wolfsburg würdig an die  Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee erinnert.  Am Mahnmal der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus in der Werderstraße legten während einer Feierstunde VertreterInnen von Politik und gesellschaftlichen Initiativen, darunter auch die VVN-BdA Wolfsburg, Kränze und Gebinde nieder – siehe Foto. Gestaltet wurde die Gedenkveranstaltung wieder von Schülerinnen und Schülern der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule. Die Jugendlichen erinnerten an die Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die vor allem aus Polen und den Ländern der Sowjetunion in die damalige KdF-Stadt verschleppt wurden. “Der Tod gehörte dazu”, hieß es in ihren Berichten, “die Nazis hatten nie die Absicht, die Arbeiter lebendig nach Hause zu schicken”. “Unsere Gesellschaft muss die Erkenntnisse aus der NS-Zeit in die heutige Zeit transportieren und daraus lernen”, betonten die Jugendlichen weiter. Unwörter wie “Volksverräter” oder “Lügenpresse” seien sprachliche Relikte aus der Nazi-Zeit und sollen die Menschen gegeneinander hetzen. “In den Wahlerfolgen der AfD auch hier Wolfsburg zeigt sich, dass es heute Teile der Gesellschaft gibt, bei denen die Stimmungsmache  gegen Fremde verfängt”, hieß es in einem Beitrag. “Sie würden die Flüchtlinge am liebsten weghaben. Aber Flüchtlinge, das sind in erster Linie Menschen, die ein Recht auf Würde haben”. Dagegen müssen alle Demokratinnen und Demokraten zusammen stehen und deswegen seien die Gedenkveranstaltungen richtig und wichtig!Bereits am Vorabend des 27. Januar wurde in einer szenischen Lesung im Veranstaltungszentrum Hallenbad an das Künstlerehepaar Felka Platek und Felix Nussbaum erinnert, die in Auschwitz umgebracht wurden. Ca 300 Menschen waren zutiefst von der Lesung der beiden Künstler Eva-Maria Kurz und Gerd Grasse beeindruckt, die aus 40 fiktiven Tagebuchaufzeichnungen des Schriftstellers Christoph Heubner besteht. Heubner ist auch Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees. Die Lesung, organisiert vom Auschwitz-Komitee in Kooperation mit der Stadt Wolfsburg und dem Wolfsburger Verein “Erinnerung und Zukunft”, wurde begleitet von einer Ausstellung Wolfsburger Initiativen, darunter auch die VVN-BdA Wolfsburg – siehe Foto, die über ihre Aktivitäten des Gedenkens informieren konnten.

Solidaritätserklärung der VVN-BdA Wolfsburg

2. Februar 2017

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Solidaritätserklärung der VVN-BdA Wolfsburg mit den warnstreikenden Kolleginnen und Kollegen der Peter-Pan- und der Schillerschule

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die VVN-BdA Wolfsburg unterstützt die warnstreikenden Kolleginnen und Kollegen der Peter-Pan- und der Schillerschule. Eure Forderung nach höheren Löhnen und Gehältern und nach Verbesserungen in Eurer anstrengenden Arbeit gerade in diesen Einrichtungen für förderungsbedürftige Schülerinnen und Schüler ist vollauf berechtigt!

Am zurückliegenden Holocaust-Gedenktag am 27.1. hat der Bundestag an die Verbrechen der Nazis an behinderten Menschen erinnert und die besondere Bedeutung der Fürsorge für diese Personen betont. Ohne hier irgendwelche Vergleiche anstellen zu wollen ergibt sich nach unserer Meinung aber auch daraus die Notwendigkeit Eure Arbeit zu würdigen. Gute Arbeitsbedingungen, gute Bezahlung kommt Euch den Menschen in Euren Schulen zugute. Wir wünschen Euch daher in Eurem Kampf viel Erfolg!

PS: Gerade heute geht durch die Medien, dass der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz höhere Löhne und Gehälter in Deutschland für erforderlich hält. “Wir haben erheblichen Nachholbedarf bei den Einkommen”, sagte er in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. Vielleicht sollte er diese richtige Einsicht auch seinem Parteifreund Peter-Jürgen Schneider mitteilen, der als Verhandlungsführer der Länder Eure Forderungen bisher schroff zurück weist.

Mit antifaschistischen Grüßen – Mechthild Hartung, Sprecherin der VVN-BdA Nds e.V.

Jahreshauptversammlung der VVN-BdA Wolfsburg

2. Februar 2017

Moorsoldaten Kralik

Mittwoch 15.2.2017

um 18.00h

im Centro Italiano (Wintergarten)

Die Tagesordnung und Weiteres könnt ihr aus dem PDF JHV 2017 im Angang entnehmen.

Ausstellungseröffnung – Neofaschismus heute

15. Januar 2017

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Neofaschismus in der Bundesrepublik – eine Ausstellung der VVN-BdA e.V.

In Deutschland werden Menschen beschimpft, geschlagen oder ermordet, weil sie aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise nicht in das Bild passen, das Nazis vom »Deutschen« haben.Über 180 Todesopfer hat die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert, möglicherweise ein Mehrfaches davon – weil Hinweise auf neofaschistische Tatmotive nicht verfolgt wurden.Die Ausstellung will dazu beitragen, dass Neofaschismus nicht auf Dauer zum Alltag gehört. Sie informiert u¨ber dessen Ideologie und Praxis und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.

NeofaAusstellung

…hier geht es zur Ausstellung

 

Pressemitteilung Ausstellungseröffnung – Neofaschismus heute –

Donnerstag, 12. Januar 2017 um 17.00 Uhr

Bildungszentrum Wolfenbüttel

Harzstraße 2-5.

Protest gegen AfD-Fraktion im Rat

4. November 2016

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IMG_4348Am 2.11. hat die konstituierende Sitzung des neuen Wolfsburger Stadtrates stattgefunden. Leider sind fünf AfD-Mitglieder eingezogen. Dagegen haben WolfsburgerInnen vor dem Rathaus demonstriert -Foto. Sie wollten nicht unwidersprochen zulassen, dass sich die AfD ein demokratisches Mäntelchen umhängt und gleichzeitig massiv gegen Geflüchtete und Andersdenkende hetzt.

Selbst in bürgerlichen Zeitungen, vgl. WN vom 1.11., wird inzwischen angemerkt, dass in der Bundes-AfD immer stärker der extrem rechte Flügel um Gauland, Höcke und Poggendorf dominierend wird. Auch in Wolfsburg wird dieser “Rechtsschwenk” deutlich. So hat eine der neuen AfD-Ratsmitglieder, Frau Scharfenberg, erst kürzlich über ihre Facebook-Seite ein Video des NPD-Nachwuchses verbreitet und beworben. Immer deutlicher wird, dass die Politik der AfD demokatiefeindlich, frauenfeindlich, homophob und rassistisch ist. Deswegen forderten die Demonstranten alle demokratischen Fraktionen im Wolfsburger Rat auf, nicht mit der AfD-Fraktion zusammen zu arbeiten.

Gegen die AfD-Hetze setzen wir unsere Orientierung für ein solidarisches Miteinander:

- Wir wollen mehr Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen, die in Deutschland leben.
- Wir treten für den Erhalt und Ausbau der sozialen und politischen Rechte aller Menschen ein.
- Wir üben Solidarität mit allen Geflüchteten.
- Wir fordern eine eindeutige Politik gegenüber homophober und rassistischer Gewalt!

VVN-BdA-Aktion erinnert an den Todesmarsch vom KZ Laagberg

23. September 2016

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IMG_0547aIn der Nachkriegszeit wurde bis in die 50-iger und 60-iger Jahre hinein die blutige Geschichte der NS-Zeit in Wolfsburg – wie in der übrigen BRD auch – verdrängt oder beschönigt. Allerdings gab es Zeugen aus den 40er Jahren, die anfingen zu sprechen, je länger je mehr: Die steinernen Gedenkplatten für die ermordeten Kinder und ZwangsarbeiterInnen auf einem Teilstück des Nordfriedhofes, das damals “Russenfriedhof” und “Ausländerfriedhof” genannt wurde. Ab Mitte der 70-iger Jahre wurden dort am 8. Mai regelmäßig durch BürgerInnen Gedenkveranstaltungen durch geführt. Diese Gedenkveranstaltungen wurden auch wesentlich von der VVN-BdA mitgestaltet. 1985 konnte durch einen Bürgerantrag die Umbenennung des „Ausländerfriedhof“s in „Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ erreicht werden.
Zu diesen Gedenkveranstaltungen am 8. Mai wurden ab Anfang der 80-iger Jahre auch überlebende ZwangsarbeiterInnen eingeladen. Insbesondere französische Überlebende, organisiert in der Gruppe „Amicale de Neuengamme“ mit ihrem Sprecher Maurice Gleize, erinnerten an das Außenlager des KZ Neuengamme auf dem Laagberg, das bis dahin völlig aus dem Gedächtnis der Wolfsburger Stadtbevölkerung verdrängt worden war. Letzte Barackenüberreste waren Anfang der 60-iger Jahre beseitigt worden. Die Überlebenden erreichten, dass ab 1987 eine Stele an der Breslauer Straße an dieses ehemalige KZ-Außenlager erinnert.

Die Existenz und die Auflösung des Laagberg-Lagers wurden bisher in der Wolfsburger Öffentlichkeit kaum thematisiert.

Am 7. April 1945 wurden die Häftlinge des Außenlager Laagberg deportiert. Ihre Zahl hatte sich durch Transporte aus dem Kasseler Raum und aus dem Neuengamme-Außenlager Porta Westfalica auf rund 1600 nahezu verdoppelt. Sie wurden von der SS zum Bahnhof Fallersleben getrieben und zu mehr als 100 Mann in Güterwaggons eingepfercht. Von dort aus wurden sie über mehrere Stationen mit tagelangen Wartepausen – eingezwängt in den Viehwaggons, nahezu ohne Wasser und Nahrung – nach Wöbbelin verschleppt. Dort starben dem Bericht eines Überlebenden zufolge, der im Lager Wöbbelin im Krankenrevier lag, täglich mehr als fünfzig Gefangene an Typhus, Tuberkulose, Ruhr, Ödemen und allgemeinem körperlichem Verfall. Am 2. Mai wurden die KZ-Häftlinge von amerikanischen Truppen befreit. So endete das KZ-Außenlager Laagberg, das integraler Bestandteil des Lager- und KZ-Systems um das Volkswagenwerk in der „KdF-Stadt“ gewesen war.

An dieses „Endphasenverbrechen“ hat die VVN-BdA Wolfsburg am 21.9. mit einer temporären Kunstinstallation an der Stele erinnert – siehe Fotos. Die Kunstexponate wurden von Mechthild Hartung, der Landes- und Kreissprecherin der VVN-BdA, gestaltet.
Der konkrete Anlass für die Kunstaktion zu diesem Zeitpunkt ist eine Tagung der Außenlager-Initiativen und -Gedenkstätten des ehemaligen KZ Neuengamme, die Ende des Monats in Kooperation mit der Volkswagen AG und dem Institut für Zeitgeschichte (IZS) in Wolfsburg stattfinden wird.
Wir hoffen, dass diese temporäre Kunstinstallation und die Tagung der Außenlager-Initiativen zur vertieften Auseinandersetzung mit der Geschichte Wolfsburg beitragen.

Protest gegen AfD-Veranstaltung in Westhagen

9. September 2016

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IMG_0340_2Am Samstag, den 3.9., hatte die Wolfsburger AfD ihren Landesvorsitzenden Hampel zu einer Wahlveranstaltung nach Wolfsburg-Westhagen eingeladen. Gerade in diesen multikulturellen Stadtteil traf sie sich – eine besondere Provokation dieser rassistischen Partei.IMG_0356.1

Dagegen brachten  Wolfsburger AntifaschistInnen ihren drastischen Protest zum Ausdruck – siehe Foto. Bei vielen migrantischen Jugendlichen traf das auf ungeteilte Zustimmung: „Da habt ihr recht – die sind voll Scheiße.“ Und die schon etwas Älteren versprachen, sich beim neu gewählten Ortsrat dafür einzusetzen, dass diese undemokratische, rassistische Partei sich nicht mehr im Westhagener  „Treffpunkt am Markt“ versammeln darf.

Übrigens: Mit höchstens 30 Teilnehmern war die Veranstaltung mit dem Landesvorsitzenden für die AfD ein ziemlicher Flop.

 

Vormarsch von rechts in die Mitte der Gesellschaft – 22.08.2016 ab 17:00 Uhr

16. August 2016

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Montag 22.08.2016

17:00 Uhr bis 18:30 Uhr

Gewerkschaftshaus, Otto-Brenner-Saal 1-3

Siegfried Ehlers-Str.2, 38440 Wolfsburg

Die “Alternative für Deutschland” war zunächst mit ihrer Anti-Euro-Politik angetreten, gab sich moderat wertkonservativ und vertrat ein national-neoliberales Wirtschaftsprogramm. Nach Abspaltung des „neoliberal-konservativen“ Flügels prägen heute eine zügellose Agitation gegen Flüchtlinge und ein aggressiver antimuslimischer Populismus das Bild der Partei. Die Landtagswahlen im Frühjahr des Jahres haben gezeigt, dass daraus ein erfolgreicher Cocktail aus einem rechtspopulistischem und rückwärtsgewandtem Gedankengut werden kann, das bis in die Mitte unserer Gesellschaft hineinreicht. Mit Andreas Speit konnten wir einen Sozialwissenschaftler und Journalisten für Vortrag und Diskussion gewinnen, der ein ausgewiesener Experte für die Analyse von Programmatik und Vorgehen der AfD ist. Wir freuen uns, mit möglichst vielen politisch und gesellschaftlich Aktiven an diesem Abend zu diskutieren.

Hinrich Wilhelm Kopf – Erinnerung an einen Nazi

15. August 2016

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StraßenschildVVN-BdA Wolfsburg: Aktion für historische Wahrheit

Mit einer Aktion an der Hinrich-Kopf-Straße in Wolfsburg/Detmerode hat die VVN-BdA Wolfsburg am 21. Juli mehr  historische Wahrheit bei Straßennamen verlangt, siehe Fotos. Der nach dem ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf benannte Platz vor dem Landtag in Hannover war 2015 in „Hannah-Arendt-Platz“ umbenannt worden. Grund: Nachdem bereits kurz nach dem Krieg Kopfs Auslieferung von den Staatsorganen Polens erfolglos verlangt worden war, um ihn als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen, gibt es 70 Jahre später auch in der Bundesrepublik keinen Zweifel: Es steht fest, dass sich Hinrich Wilhelm Kopf während der NS-Zeit an der „Arisierung“ jüdischen Eigentums profitabel beteiligte. „Für seine Verdienste bei der ‚Entjudung‘ und ‚Deutschmachung‘ des besetzten Polens erhielt Kopf satte Provisionen“ (Süddeutsche Zeitung vom 11.7.2013). Im Unterschied zu anderen NS-Mittätern zeigte Kopf nach 1945 keine Reue, übernahm keine Verantwortung, bot keine Entschuldigung an, sondern stritt seine auf Gewinnsucht beruhenden Nazi-Taten ab und belog dabei Parlament und Öffentlichkeit. In Folge der Umbenennung in Hannover fasste der für die Hinrich-Kopf-Straße in Wolfsburg zuständige Ortsrat Detmerode im Juni 2015 den Beschluss, die Straße in Horst-Weiß-Straße* umzubenennen.
Nach Protesten der Anwohner mit dem  altbekannten Argument „Das ist ja alles noch gar nicht geklärt“ wurde der Beschluss im Ortsrat zurückgenommen: Die Hinrich-Kopf-Straße bleibt. Als Geste der „Vergangenheitsbewältigung“ sollte aber zumindest die dem Straßennamen beigefügte Legende verändert werden. Da sich aber seit einem Jahr nichts getan hat, schritt die VVN-BdA Wolfsburg nun mit der Aktion selbst zur Tat: mit einer selbst angefertigten Legende am Straßenschild wurde auf die Rolle von Hinrich Wilhelm Kopf in der nach ihm benannten Straße hingewiesen. Auch der Ortsbürgermeister von Detmerode, Ralf Mühlisch, war auf Einladung der VVN gekommen: „Der Ortsrat hat von der Verwaltung eine veränderte Legende verlangt. Nichts ist passiert, das gehört sich nicht“, so Mühlisch. Beide Wolfsburger Zeitungen berichteten über die zunächst provisorisch angebrachte Legende. *Horst Weiß war Detmeroder Ortsbürgermeister und hatte sich intensiv für deutsch-polnische Versöhnung eingesetzt.

Hinrich Wilhelm Kopf (1893 – 1961) – eine notwendige DiskussionDSC_2395

Auf Anregung der VVN-BdA Wolfsburg e.V. hat die Deutsch-Polnische Gesellschaft Wolfsburg/ Gifhorn Dr.Grieger (Volkswagenarchiv) zu einem Dislussionsveranstaltung nach Detmerode eingeladen (Termin nach der Sommerpause).

Hinrich Wilhelm Kopf hat sich an Arisierungsmaßnahmen der deutschen Wirtschaft beteiligt und sich an Notverkäufen flüchtender Polen und Juden bereichert. Im Unterschied zu anderen NS-Mittätern zeigte Kopf nach 1945 keine Reue, übernahm keine Verantwortung, bot keine Entschuldigung an, sondern stritt seine auf Gewinnsucht beruhenden Nazi-Taten ab und belog dabei Parlament und Öffentlichkeit.
Er war elf Jahre lang niedersächsischer Ministerpräsident und namhafter SPD-Politiker.

Inzwischen möchte die SPD diesen Makel los werden. Namhafte Politiker, darunter der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), sind für eine lückenlose Aufarbeitung. Ihn empören nicht nur die von Kopf und anderen begangenen Verbrechen, sondern auch, dass Kopf seine Vergangenheit geleugnet hat. “Sagen wir es klipp und klar: Kopf hat den Landtag angelogen”, so Weil.
Am 2. April 2015 erfolgte die Umbenennung Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes am Landtag Hannover in „Hannah-Arendt-Platz“.

Nun hatte auch der Ortsrat Detmerode die Umbenennung der H.W.Kopf-Straße in Horst Weiß-Straße beschlossen. Das ist sehr zu begrüßen, denn Horst Weiß hat sich gemeinsam mit Gleichgesinnten sowohl um die Aufarbeitung der Wolfsburger Geschichte (ab 1938) als auch um die deutsch-polnische Aussöhnung verdient gemacht. Dafür hater sogar den Bundesverdienstorden verliehen bekommen.

Bereits kurz nach dem Krieg wurde erfolglos die Auslieferung H.-W.-Kopfs von den Staatsorganen Polens verlangt, um ihn dort als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Kopf stand seit November 1947 auf der Kriegsverbrecherliste der alliierten Kriegsverbrecherkommission. Die Streichung von dieser Liste führte in Polen zu der Forderung, gegen ihn in Abwesenheit ein Strafverfahren durchzuführen.

70 Jahre später gibt es nun auch in der Bundesrepublik keinen Zweifel:
Es steht fest, dass sich der spätere niedersächsische Ministerpräsident H.-W.-Kopf während der NS-Zeit in Berlin an der ‚Arisierung‘ jüdischen Eigentums profitabel beteiligte. „Als Generaltreuhänder der ‚Haupttreuhandstelle Ost‘ half Kopf den Nazis beim Raub von Privateigentum jüdischer und christlicher Polen in Oberschlesien. Die Hitler-Regierung siedelte in Polen sogenannte Volksdeutsche an. Die Polen und Juden wurden gezwungen, Hab und Gut zu verkaufen, sie wurden vertrieben oder in KZ verschleppt.“ (LZ v. 19.6.2014)
“Für seine Verdienste bei der ‚Entjudung‘ und ‚Deutschmachung‘ des besetzten Polens erhielt Kopf satte Provisionen. In polnischen und britischen Archiven fand die Göttinger Historikerin Teresa Nentwig unter anderem Kopfs Unterschriften auf Beschlagnahme-Befehlen. Es sind Belege dafür, dass der Sozialdemokrat Kopf ein zuverlässiger Handlanger war.“ (SZ 11.7.2013)

Solange ein Anwohner am Stand des Ortsbürgermeisters in einer Diskussion sagt, es sei ihm „scheißegal“, wie seine Straße hieße, sie könne von ihm aus auch Adolf-Hitler-Straße heißen, muss aufgeklärt und gestritten werden.

Die Umbenennung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße ist richtig und notwendig.
Das sind wir Demokraten den Opfern des Faschismus schuldig!

Quellen: Wikipedia, SZ=Süddeutsche Zeitung, LZ=Lüneburger Zeitung

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