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„Neuland“ erobert historisches KZ-Gelände

19. Oktober 2017

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Die „Neuland“ ist die 1938 in der „Stadt des KdF-Wagens“, heute Wolfsburg, gegründete Wohnungsbaugesellschaft. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Wolfsburg. Die künstlerische Fotomontage verbindet beziehungs- reich den zur Zeit verbreiteten geschichtsvergessenen Werbeslogan der Wohnungsbaugesellschaft „Neuland erobern“ mit einem aktuellen Foto des KZ-Laagberg-Fundaments. Auf dem historischen Gelände des KZ Laagberg wird, wie bekannt, die „Neuland“ ein Einkaufszentrum und Wohneinheiten bauen.

Drei Workshops zum Thema „KZ Laagberg“ im Jahr 2017

19. Oktober 2017

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Das IZS lädt ein.

Am 20.10., 10.11. und 8.12. 2017 finden die Workshops statt. Damit wird der Erwartung der ‚Amicale Internationale KZ Neuengamme‘ und anderen Opferverbänden sowie der Zivilgesellschaft entsprochen.
Am 16.6.2017 schrieb der Präsident der AIN, Jean-Michel Gaussot, Sohn eines Opfers vom KZ Laagberg, an OB Mohrs: „… Wir hoffen, dass die Planungen dieses historischen Lernortes in Absprache mit Partnern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zügig vorangetrieben werden und somit ein Erinnerungs- und Bildungsort entstehen wird, der mit einer Dauerausstellung, Seminarräumen und Bildungsangeboten einen dauerhaften Platz in der Öffentlichkeit einnimmt und insbesondere Schülergruppen die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt ermöglicht.“

Wir als VVN-BdA Wolfsburg nehmen das gesamte Gelände des ehemaligen KZ Laagberg in den Blick, wenn es um den „Erinnerungsort“ geht. Nachdem der konkrete historische Ort durch das Abtragen der Fundamentfunde und Baggerarbeiten endgültig zerstört wurde, wünschen wir die Kenntlichmachung der Größe des KZ Laagberg z.B. durch Kennzeichnung des elektrisch geladenen Lagerzauns anhand von Edelmetallsäulen analog zur Gedenkstätte KZ Neuengamme oder durch Leuchtsteine/ Leuchtlinien dort, wo die senkrechten Markierungen nicht möglich sind.

Die Größe der KZ-Baracken soll z.B. durch andersfarbige Pflasterung und/ oder auch Leuchtsteine sichtbar gemacht werden, begleitet durch deutlich erkennbare Texte (z.B. Lesepult + Text + Modell/ Relief). Auch die Gestalt einer Baracke könnte durch eine Stahlkonstruktion assoziiert werden, ähnlich wie es in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme geschieht.

Schon jetzt kann die Bushaltestelle umbenannt werden in „Gedenkort KZ Laagberg“ (Hannover: Gedenkstätte Ahlem).

Der Einsatz von Gabionen ist zu prüfen.

Film „Wir sind Juden aus Breslau“ am 24.9.,11.00 Uhr im Delpin-Kino

20. September 2017

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Der Film von Karin Kaper und Dirk Szuszies „Wir sind Juden aus Breslau“ ist mit Unterstützung der VVN-BdA Wolfsburg am 14.9. mit Erfolg im Delphin-Kino gezeigt worden – (siehe auch Wolfsburger Nachrichten vom 15.9.)
Wegen der großen Nachfrage wird er am Sonntag, den 24.9., 11.00 Uhr noch einmal im Delphin-Kino, Hugo-Bork-Platz, wiederholt.
Er zeigt am Schicksal junger Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Breslau, der damals drittgrößten in Deutschland, wohin Rassismus und Faschismus geführt haben.  Angesichts der stärker werdenden nationalistischen und antisemitischen Strömungen in vielen Ländern Europas ist der Film von aktueller Brisanz. Der Film wird auch von der IG Metall Wolfsburg, dem Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Wolfsburg/Region Braunschweig unterstützt.

Protest gegen Militär am Antikriegstag

4. September 2017

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Vom 1. bis 3. September wurde in Wolfsburg der „Tag der Niedersachsen“ veranstaltet. Auch die Bundeswehr war mit Militärgerät und Werbetrucks vertreten – eröffnet ausgerechnet am 1. September, dem weltweit begangenen Antikriegstag/Weltfriedenstag. Dagegen protestierten Mitglieder der Wolfsburger VVN-BdA und weitere FriedensfreundInnen – siehe Foto. Junge Menschen und Kinder am Antikriegstag in ein Kampfflieger-Cockpit zu locken und mit „Karrierechancen“ beim Militär ködern zu wollen, bezeichneten sie als geschichtsvergessen und skandalös. Sie fragten: Wieviel ist es dann wert, wenn der OB und weitere Ratsmitglieder sich an der weltweiten Aktion „Mayors for Peace“ beteiligen und mit der Friedensfahne in der Presse ablichten lassen (WAZ und WN am 8.7.17)?

Rat stimmt Verlagerung der Fundamentrelikte des KZ Laagberg zu.

29. August 2017

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In seiner Sondersitzung am 21. 8. hat der Rat der Stadt Wolfsburg der Verlagerung der Fundamentrelikte der Baracke 4 des KZ Laagberg auf die Ausweichstelle an der Breslauer Straße zwischen Lidl-Parkplatz und Tankstelle gestimmt. Dieser Ort befindet sich innerhalb des ehemaligen KZ-Lagergeländes. Bestandteil des Beschlusses ist neben der Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte an dieser Stelle, in der die Fundamentreste, museal aufbereitet, gezeigt werden sollen, auch das folgende Versprechen: „Ein Teil der sichergestellten Fundamente soll vor Ort verbleiben und im Rahmen der Baumaßnahme sichtbar gemacht und gekennzeichnet werden.“ Vor der Sitzung hatte das Jugendbündnis Wolfsburg noch einmal auf einer kurzfristig anberaumten Kundgebung, an der sich auch die VVN-BdA beteiligte, für den Verbleib der Fundamente am Originalort geworben – siehe Foto. Eine „Verlegung des Tatorts aus wirtschaftlichen Gründen ist würdelos“, so die Jugendlichen.

Die VVN-BdA Wolfsburg erwartet nun, dass in Zukunft kontinuierlich interessierten BürgerInnen und den Opferverbänden die Möglichkeit geboten wird ihre Ideen und Vorschläge zu Inhalt und Gestaltung der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen. Die Beteiligung muss sicher stellen, dass bereits während der Konzeptentwicklung aktiv mitgewirkt werden kann. Das Integrationsreferat hatte 2010 ein hervorragendes Beispiel für ernst gemeinte Bürgerbeteiligung realisiert.

Die WAZ-Redakteurin Andrea Müller-Kudelka hat uns erlaubt, ihren Artikel über die Sondersitzung auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Vielen Dank! Ihren Bericht aus der WAZ vom 22.8. können Sie hier lesen. (  WAZ_Verlegung  )

Der Ratsbeschluss mit Begründung kann hier gelesen werden. (  Ratsbeschluss  )

Geschichte des KZ Laagberg in den „Wolfsburger Nachrichten“

23. Juli 2017

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Luftbild heute

Die Wolfsburger Nachrichten haben mit zwei Sonderseiten über die Geschichte des KZ Laagberg und die gegenwärtige Diskussion um den Umgang mit den Barackenfundamenten berichtet. Die Kultur-Redakteurin Eva Hieber führte dazu umfangreiche und gut fundierte Recherchen durch. Sie hat der VVN-BdA Wolfsburg dankenswerter Weise erlaubt, ihre Artikel auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Sie sind hier, durchnummeriert als WN 1 bis WN 7, nach zu lesen.

WN 1 >>>
WN 2 >>>
WN 3 >>>
WN 4 >>>
WN 5 >>>
WN 6 >>>
WN 7 >>>

Gesprächskreis hat Fragen an den OB

16. Juli 2017

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Auf Einladung der VVN-BdA Wolfsburg e.V. haben sich 15 Interessierte in der Bonhoeffergemeinde Westhagen getroffen. Sie tauschten sich aus zu Fragen des Umgangs mit den Fundamentfunden des KZ Laagberg und trugen zahlreiche Ideen zusammen, die das Interesse wecken und wach halten können. Dazu gehören eventuell eine Veranstaltungsreihe mit Experten, kulturellen Beiträgen, einer Ausstellung u.v.a.m.
Alle waren sich einig: ein Einkaufszentrum braucht man an der Stelle nicht (2 Penny-Märkte und ein Lidl-Geschäft befinden sich in der Nähe); die einmaligen originalen Funde müssen am historischen Ort bleiben.

Die am 21.6. im Rat der Stadt von OB Mohrs gehaltene Rede gab Anlass zu Fragen, die heute in einem Brief an ihn formuliert wurden. Dieser Brief kann hier gelesen werden …

Fragen an den OB

Fundamentrelikte nach knapp 3 Monaten endlich besser vor Witterung geschützt

11. Juli 2017

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Nachdem am 13. April die archäologischen Grabungen und die Dokumentation der Fundamentfunde abgeschlossen waren, haben wir mit Sorge verfolgt, wie sie den unterschiedlichen Wetterlagen ausgesetzt waren. Die Mitarbeiter der archäologischen Grabungsfirma „Arcontor“ äußerten schon während der Freilegung, dass die Betonfundamente in einem sehr schlechten Zustand seien.
Dies betonte auch die Stadt wiederholt; u.a. begründete sie damit, dass die Fundamentfunde an einem anderen Ort ‚museal‘ erhalten werden müssen.
Einen entsprechend fürsorglichen Umgang mit den einmaligen Funden konnten wir nicht beobachten.

Erst am 19.5. hatte dann ein provisorischer Schutz durch Plastikflatterbänder und darauf gelegte Steine stattgefunden, ein Abpumpen des Regenwassers v.a. aus einem der tonhaltigen Bereiche erfolgte erst nach dem 3.7.
Heute, 10.7., wurde knapp 3 Monate nach der Freilegung der unwiederbringlichen Zeugnisse des KZ Laagberg eine Holzkonstruktion über den Fundamenten mit Dachlatten in den Boden geschlagen. Das erleichtert uns.
Für den Winter wird es aber nicht ausreichen.

Ratsentscheidung zur Erinnerung an das KZ Laagberg auf August verschoben

27. Juni 2017

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IGMetall – Bildungsurlaub am 21.6. 2017

Die Entscheidung des Rates der Stadt Wolfsburg, wie mit den Fundamentfunden des Außenlagers des KZ Neuengamme, KZ Laagberg, verfahren wird und in welcher Weise an das Außenlager erinnert werden soll, ist überraschend auf eine Sondersitzung im August verschoben worden. Kurz vor der Entscheidung des Wolfsburger Rates hatten sich mit dem “Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.” und dem “Netzwerk Lagergemeinschaften” zwei bedeutende Organisationen der Verfolgten in einem Brief an OB Mohrs und die Ratsfraktionen für den Verbleib der KZ-Fundamente am traumatischen historischen Ort ausgesprochen – siehe unsere Meldung vom 20. Juni. Die VVN-BdA Wolfsburg begrüßt es, dass nun ganz im Sinne der Intervention der Verfolgten-Organisationen mehr Zeit gewonnen wurde, um über den würdigen Umgang mit den Relikten aus der Vergangenheit Wolfsburgs nach zu denken. Wir erwarten jetzt, dass in Zukunft kontinuierlich sowohl interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten wird ihre Ideen und Vorschläge für Lage und Konzeption der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen, als auch, dass bei Bedarf externe BeraterInnen hinzugezogen werden. Das Integrationsreferat hatte 2010 ein hervorragendes Beispiel für ernst gemeinte Bürgerbeteiligung realisiert.

Verfolgten-Organisationen für Verbleib der KZ-Fundamente am Originalplatz

20. Juni 2017

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Lib.-Jüd. Gemeinde und Gleichgesinnte am Gedenkort

Kurz vor der Entscheidung des Wolfsburger Rates, in welcher Weise an das Außenlager Laagberg des KZ Neuengamme erinnert werden soll, haben sich mit dem „Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland“ und dem „Netzwerk Lagergemeinschaften“ zwei bedeutende Organisationen der Verfolgten in einem Brief an OB Mohrs und die Ratsfraktionen für den Verbleib der KZ-Fundamente am Originalplatz ausgesprochen. Beide Organisationen sind einverstanden, dass wir den Brief veröffentlichen.

Die Schreiben im Original findet ihr hier: „>>“

AK Brief Wolfsburg KZ Laagberg_Juni 2017

Forderung LAGs zu Fundamentfunden

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