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Ostermarsch 2018 in Wolfsburg

10. April 2018

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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

es ist schön, dass ich hier am Sara – Frenkel – Platz zu Euch sprechen kann; Sara Frenkels Schicksal begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen vor 79 Jahren. Unseren herzlichen Gruß an sie von diesem Ostermarsch aus werden wir im Gewerkschaftshaus auf einer Karte unterschreiben.
Nach dem verheerenden verbrecherischen 2. Weltkrieg galt für ‚uns‘: NIE WIEDER KRIEG, NIE WIEDER FASCHISMUS! Ins gesellschaftliche Gedächtnis ist diese Losung mit der leidenschaftlichen Lithografie von Käthe Kollwitz eingegraben.

Die 1945 scheinbar unumstößliche und folgerichtige Forderung „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“ und damit verbunden das Verbot der Wiederbewaffnung wurden trotz Widerstands schon bald unter Adenauer über Bord geworfen.
Konkret für die VVN in Niedersachsen hieß das 1951: die Geschäftsstelle der VVN wurde durchsucht und geschlossen, weil sie sich gegen die Remilitarisierung der BRD eingesetzt hatte.

Wo stehen wir heute? (Mit Zahlen will ich Euch verschonen.)
– Die Politik der BRD hat großen Anteil an der verheerenden, ausweglos erscheinenden weltpolitischen Situation. Wir fordern von unseren beiden Bundestagsabgeordneten, sich konkret und konsequent im  Bundestag für eine Politik der Entspannung einzusetzen. Dazu gehört das „NEIN“ zu Kriegseinsätzen, Rüstungsexporten und Aufrüstung. Nur dann fühlen wir uns von ihnen vertreten (deutlicher Blick zu Falko Mohrs, der allem zu gestimmt hatte bis jetzt). Auch wenn man in der SPD ist, kann man mit NEIN stimmen, wie man im Internet nachsehen kann.

Wir sind keine Traumtänzer, wenn wir fordern:
– Verhandeln statt Bomben! Schluss mit den Versuchen politische Probleme militärisch lösen zu wollen!
– Umgehende Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr!
– Schluss mit den Drohgebärden gegen Russland!
 Keine Erlaubnis für Waffenexporte! – egal ob in Kriegsgebiete, Krisengebiete oder gar an verfeindete Parteien in kriegerischen Auseinandersetzungen! Erst Recht darf der völkerrechtswidrige Überfall der Türkei auf Afrin nicht mit deutschen Waffenlieferungen unterstützt werden!
– Wir treten ein für Rüstungskonversion. Es gibt bereits Konzepte; wenn sie noch nicht weit genug greifen, muss in deren Weiterentwicklung Geld gesteckt werden und nicht in die Rüstungsindustrie.

– Für das Verringern des Rüstungsetats! Er soll nach dem Willen der Bundesregierung von 37 Milliarden € auf 70 Milliarden aufgestockt werden – unvorstellbare Summen. Wir wollen nicht, dass mit unseren Steuergeldern die mörderischen Kriege finanziert werden, die unendliches Leid und lebenslange Traumatisierung der leidenden Bevölkerung hinterlassen. Wir stehen seit Jahrzehnten an der Seite der Geflüchteten hier in Wolfsburg und wissen, wovon wir sprechen. Eine Afghanin kollabiert in meinem Deutschunterricht, krallt sich in meine Haare, als ich mich über sie beuge und ruft mich an „Mama, Mama!“ –

Was muss dem voraus gegangen sein?!

– Grenzen auf für  Menschen auf der Flucht!

Ich möchte schließen mit einem Auszug aus einem Gedicht Bertolt Brechts , das er 1952 schrieb:

Das Gedächtnis der Menschheit

Das Gedächtnis der Menschheit
für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
Ihre Vorstellungsgabe für kommende
Leiden ist fast noch geringer.

Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen.
„Der Regen von gestern  macht uns nicht nass“  – sagen viele.
Diese Abgestumpftheit ist es,
die wir zu bekämpfen haben,
ihr äußerster Grad ist der Tod.

Und doch wird nichts mich davon überzeugen,
dass es aussichtslos ist,
der Vernunft gegen ihre Feinde beizustehen.
Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen,
damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege,
gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,
und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden.

Ich danke Euch.

(Mechthild Hartung, VVN-BdA e.V./ Sprecherin in Niedersachsen, Vorstand Flüchtlingshilfe Wolfsburg e.V.)

 

Sohn eines KZ-Laagberg-Häftlings besuchte Wolfsburg

10. April 2018

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Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN), hat am 5. und 6. April auf Einladung des Vereins Erinnerung und Zukunft und der VVN-BdA e.V. Wolfsburg besucht.
Jean-Michel Gaussot hat seinen Vater Jean Gaussot nie kennen gelernt. Denn ein halbes Jahr vor seiner Geburt (Oktober 1944) wurde der Vater im besetzten Paris wegen Mitarbeit in der Résistance von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg und von dort in das KZ Laagberg der „Stadt des KdF-Wagens“ deportiert. Jean Gaussot war erst 30 Jahre alt, als er nach Monaten körperlicher Schwerstarbeit im Lager Laagberg im April 1945 im Todeslager Wöbbelin bei Ludwigslust an Entkräftung starb, zehn Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen.
In zwei gut besuchten Informations- und Diskussionsveranstaltungen hat Jean-Michel Gaussot aus seinem Buch „Ode au grand absent…“ vorgelesen, worin er sich in einem fiktiven Zwiegespräch mit dem Schicksal seines Vaters auseinander setzt. Sowohl die BesucherInnen am Donnerstag Abend im „Haus der Jugend“ als auch die mehr als 100 Schülerinnen und Schüler in der Vormittags-Veranstaltung am Freitag im Delphin-Palast waren von diesen Erinnerungen zutiefst berührt. An die Lesung schloss sich jeweils eine emotional anregende Diskussion an, die von der Generalsekretärin der AIN, Christine Eckel, kenntnisreich moderiert und bei Bedarf auch deutsch/französisch übersetzt wurde.
Beide örtlichen Zeitungen berichteten über den Besuch von Gaussot.

 

Am Freitag Nachmittag dann besuchte Jean-Michel Gaussot die Stele auf dem Laagberg, die an die Leidensstätte der 800 KZ-Häftlinge erinnert, darunter auch sein Vater. Fast auf den Tag genau, am 7. April 1945, waren von hier aus die Häftlinge auf den Todesmarsch nach Wöbbelin getrieben worden, den sein Vater nicht überlebte.

An den Bauzaun des Einkaufszentrums, das nun an der Stelle der Fundament-Relikte errichtet wird, steckte Jean-Michel Gaussot Nelken, ein bewegender Augenblick (Foto). Die Besichtigung der zwischengelagerten Fundament-Relikte an der geplanten Fläche für den Gedenk- und Lernort schloss den denkwürdigen Besuch ab.

Samstag, 31.3., Ostermarsch in Wolfsburg

22. März 2018

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Unter der Losung „Gegen eine neue Rüstungsspirale: Abrüstung jetzt!“ rufen der DGB-Stadtverband Wolfsburg und die VVN-BdA Wolfsburg zum Ostermarsch auf.

Start: 11.00 Uhr ab Gewerkschaftshaus, Siegfried-Ehlers-Str. 2

Redner sind Devah Kubra Babory vom Verein Bildung für Kinder Afghanistan, Hartwig Erb, Bevollmächtigter der IG Metall, Mechthild Hartung, VVN-BdA Wolfsburg, und Falko Mohrs, SPD-Bundestagsmitglied.
Der Ostermarsch wird von der IG-Metall-Samba-Trommelgruppe „Simon Bolivar“ begleitet.

Der Aufruf kann hier nachgelesen werden: Ostermarsch_WOB

Sohn eines KZ-Laagberg-Häftlings kommt nach Wolfsburg

25. Februar 2018

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Der Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft und die VVN-BdA Wolfsburg haben Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme, zu zwei Informations- und Diskussionsveranstaltungen nach Wolfsburg eingeladen. https://youtu.be/dZKlZEJjcvc

Donnerstag, 5. April 2018, 18.00h

Abendveranstaltung im Veranstaltungsraum des Stadtjugendrings

Kleiststr.33, 38440 Wolfsburg

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Freitag, 6.April 2018, 10.00h – max. 13.00h

Vormittagsveranstaltung für SchülerInnen im Delphin-Palast

Porschestraße 39, 38440 Wolfsburg

Jean-Michel Gaussot hat seinen Vater Jean Gaussot nie kennen gelernt. Denn ein halbes Jahr vor seiner Geburt im Oktober 1944 wurde der Vater im besetzten Paris wegen Widerstand in der Résistance von der Gestapo verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg und von dort in das KZ Laagberg der „Stadt des KdF-Wagens“ deportiert. Jean Gaussot war 30 Jahre alt, als er nach Monaten körperlicher Schwerstarbeit im Lager Laagberg im April 1945 im Todeslager Wöbbelin bei Ludwigslust an Entkräftung starb, zehn Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen.
Der Verlust des Vaters, den er nie gekannt hat, prägte und prägt bis heute wichtige Lebensentscheidungen und zwischenmenschliche Beziehungen des Sohnes Jean-Michel Gaussot. Er wurde Diplomat und lebte als Botschafter Frankreichs in Ecuador, Togo, Chile und den Niederlanden. Seit einigen Jahren widmet er sich der Erinnerung an die Deportierten, die den Verbrechen der Nazis zum Opfer fielen. Er ist Generalsekretär der französischen Amicale de Neuengamme und seit November 2015 Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN).
Der Besuch von Herrn Gaussot wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Weitere Informationen zum KZ Laagberg und zur Diskussion um die Gestaltung der dort geplanten Gedenk- und Bildungsstätte findet man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Laagberg

Realschule Rühen engagiert sich wieder

4. Februar 2018

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Im Jahr 2015 hatte der 8.Jahrgang der Realschule Rühen, einer „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, den Maurice-Gleize-Preis erhalten. In der Urkunde heißt es: „In Zusammenhang mit der Übergabe der Gedenktafel für das sog. Kinder- und Säuglingspflegeheim in Rühen an die Öffentlichkeit hat sich die Schule vorbildlich durch Text- und Musikbeiträge engagiert. Sie wird durch verschiedene Maßnahmen … auch in Zukunft die Erinnerung an diesen Ort wach halten.“ (Urkunde)
Dieses Versprechen hat eine 6.Klasse dieser Schule im November 2017 im Rahmen der Antifawoche der IG Metall auf dem Rühener Friedhof bedeutungsvoll eingelöst. Sie gestaltete einen Musikbeitrag in Zusammenhang mit dem Gedenken an die mehr als 350 Säuglinge und Kleinkinder, die im sog. „Säuglings- und Kinderpflegeheim“ einen schrecklichen Tod sterben mussten.
Für das Engagement bedankte sich die VVN-BdA Wolfsburg am Tag der Zeugnisausgabe mit Blumen, die mit dem beziehungsreichen jüdischen Sprichwort versehen waren „DIE ZUKUNFT HAT EINE LANGE VERGANGENHEIT“. Im Gespräch wurden Pläne über eine Fortführung der Gedenkarbeit diskutiert – möglich wäre z.B. eine Sichtbarmachung der Namen der Kinder im Bereich der Erinnerungstafel.
(Die Broschüre, in der über die Enthüllung der Mahn-und Gedenktafel berichtet wird, kann man hier herunterladen.)

Rühen140922_dritte Auflage

VVN-BdA Wolfsburg: 70 Jahre aktiv gegen Rassismus und Neofaschismus

4. Februar 2018

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Die VVN-BdA Wolfsburg erinnerte am 29.1.2018 mit einer besonderen Veranstaltung an ihren 70. Gründungstag. Landessprecherin Mechthild Hartung konnte mehr als 30 Mitglieder und FreundInnen begrüßen, darunter eine Gruppe junger AntifaschistInnen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde eine Ausstellung über die Aktivitäten der VVN Wolfsburg in den vergangenen 70 Jahren präsentiert, deren Highlight die erste Mitgliederliste unserer Kreisorganisation war; auf den Tag genau, vor 70 Jahren, wurde diese Liste datiert “ 29.Januar 1948″.
In einem Grußwort würdigte der Vertreter des DGB-Ortskartells, Gerald Kulms, die gute langjährige Zusammenarbeit für Frieden und Antifaschismus. Danach referierte Peter Asmussen, Vorsitzender der VVN Lüneburg, über die Geschichte des Landgerichts Lüneburg, an dem mehrere ehemalige NS-Richter und Staatsanwälte auch noch in den 50er/60er Jahren tätig waren. Als zentrale Staatsschutzkammer war dieses Gericht federführend zuständig für die Verurteilung zahlreicher niedersächsischer DemokratInnen und AntifaschistInnen zu harten Gefängnisstrafen, darunter auch Mitglieder der Wolfsburger VVN. Drei Broschüren zu diesem Komplex können von der Lüneburger VVN-BdA bezogen werden.
In der regen Diskussion berichteten Anwesende über den schwierigen Weg, die Geschichte der ehemaligen „Stadt des KdF-Wagens“ dem gewollten Vergessen zu entreißen. Dabei war die örtliche VVN immer ein anerkannter Partner und Impulsgeber. Das gilt auch aktuell in der Diskussion um den Umgang mit den Fundamentrelikten des ehemaligen KZ-Außenlagers Laagberg und der Gestaltung der dort geplanten Gedenk- und Bildungsstätte. Eine gute Zusammenfassung dieser Diskussion findet man bei wikipedia unter dem Stichwort KZ-Außenlager Laagberg.
Mit den jungen AntifaschistInnen hatten wir kontinuierlich immer wieder gemeinsame Ziele verfochten wie z.B. die Zurückdrängung der Neonazis bei deren sog. „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf, den Einsatz gegen die Verlegung der KZ-Fundamente vom authentischen Ort oder die Organisierung einer Demo gegen die drohende Abschiebung von etwa 30 jungen Afghanen. Die Jugendlichen stellen sich durch ihr Handeln in die 70jährige Tradition des mahnenden antifaschistischen Kampfes der VVN in Wolfsburg und der Region. Fünf der jungen AntifaschistInnen erklärten auf der Veranstaltung ihren Beitritt zur VVN-BdA, ein Höhepunkt dieses Abends!

Auschwitz-Gedenktag in Wolfsburg

14. Januar 2018

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Auch in diesem Jahr wird in Wolfsburg der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee gedacht. Bereits am Donnerstag, den 25. Januar, 19.00 Uhr, laden die Stadt Wolfsburg und das Internationale Auschwitz Komitee in Kooperation mit dem Wolfsburger Verein „Erinnerung und Zukunft“ zu einem „künstlerischen Abend des Gedenkens“ in das Hallenbad – Kultur am Schachtweg ein. Nach der Begrüßung durch den Ober- bürgermeister und Beiträgen von SchülerInnen wird die szenische Lesung „Ein Stück Wiese am Wald“ von Christoph Heubner uraufgeführt.

Im Begleitprogramm können sich Wolfsburger Initiativen gegen Rassismus vorstellen. Auch die VVN-BdA Wolfsburg wird mit einem Stand vertreten sein.
Am Auschwitz-Gedenktag, dem 27. Januar, 10.30 Uhr, wird auf der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus, Werderstraße, wiederum eine kleine Gedenkveranstaltung stattfinden, die von SchülerInnen der HN-Gesamtschule gestaltet wird. Auch die VVN-BdA Wolfsburg wird in diesem Rahmen ein Gebinde an der Stele für die dort bestatteten Opfer des Faschismus niederlegen.

VVN-BdA Wolfsburg feiert 70. Gründungstag

13. Januar 2018

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Die VVN-BdA Wolfsburg erinnert am 29.1.2018 mit einer besonderen Veranstaltung an ihren 70. Gründungstag. Wir sind glücklicher Weise im Besitz der ersten Mitgliederliste unserer Kreisorganisation, die damals den Bereich Gifhorn/Wolfsburg umfasste. Auf den Tag genau, vor 70 Jahren, wurde diese Liste datiert: 29.Januar 1948 – siehe Faksimile.
Wir haben Peter Dürrbeck, Göttingen, und Peter Asmussen, Lüneburg, als Festredner eingeladen. Peter Dürrbeck hat die Entwicklung der VVN in Niedersachsen und auch in Wolfsburg von Anfang an begleitet. Peter Asmussen ist als Vorsitzender der VVN Lüneburg Herausgeber zweier Broschüren über das Landgericht Lüneburg, an dem mehrere ehemalige NS-Richter und Staatsanwälte auch noch in den 50er/ 60er Jahren tätig waren. Dort wurde beispielsweise unser Wolfsburger Kamerad Karl-Heinz Schlagintweit von dem ehemaligen Richter am Sondergericht Kattowitz, Ottersbach, und dem Kriegsgerichtsrat in Frankreich, Lenski, wegen Mitgliedschaft in der FdJ und der KPD angeklagt und mehrmalig zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Strafen musste er im Gefängnis Wolfenbüttel verbüßen, das im Faschismus eine berüchtigte Hinrichtungsstätte war. Auch Peter Dürrbeck war dort zur Zeit des ‚Kalten Krieges‘ inhaftiert.
Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir die Mitgliederliste der VVN Wolfsburg/Gifhorn vom 29. Januar 1948 präsentieren und in einer Ausstellung über die Aktivitäten der VVN Wolfsburg in den vergangenen 70 Jahren informieren. Der örtliche DGB-Stadtverband, mit dem zusammen wir auch in 2018 den Ostermarsch in Wolfsburg vorbereiten, und die örtliche Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann (Die Linke) sind zu einem Grußwort eingeladen.
Die Veranstaltung findet am Montag, 29.1.2018, von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr im Centro Italiano, Am Hasselbach 1, 38440 Wolfsburg. Gäste sind herzlich willkommen. Wir führen die Veranstaltung in Kooperation mit der RLS Niedersachsen durch.
Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen sowie Personen, die uns als TeilnehmerInnen von neofaschistischen Veranstaltungen und Aktionen bekannt sind, erhalten keinen Zutritt.

Wolfsburger AntifaschistInnen beim Protest gegen AfD-Bundesparteitag

8. Dezember 2017

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Am 2.12. fand der Bundesparteitag der AfD in Hannover statt. Bei den Vorstandswahlen hat sich der Rechtsaußenflügel weitgehend durchgesetzt. Doch die rassistische Partei konnte ihre Hetzveranstaltung nicht ohne unübersehbaren bundesweiten Protest abhalten. Schon am frühen Morgen versuchten hunderte AntifaschistInnen mit Blockaden die Anfahrt der AfD-Politiker zu behindern, was auch teilweise gelang: Der Parteitag konnte erst mit einstündiger Verspätung beginnen. Ohne das rabiate Vorgehen der Polizei wäre der Erfolg sicher noch größer gewesen. Die Polizisten prügelten Blockaden von der Straße und setzten trotz eisiger Temperaturen Wasserwerfer ein. Mehrere BlockiererInnen wurden z.T. schwer verletzt; so erlitt ein Protestierender durch Polizeiprügel einen Beinbruch.
Rechtsanwalt Dias: „… Sofort sprangen die Polizisten auf die sitzenden Aktivisten und schlugen mit Fäusten auf sie ein. Auch verdrehten sie die Finger und Arme der fixierten Personen.
Sie ließen nicht ab, die Personen mit Gewalt von der Pyramide zu reißen. Dabei wurde einem, sich nach wie vor am Boden befindlichen, Demonstranten der Unterschenkel gebrochen. … Ein Aktivist schrie permanent, dass sein Bein gebrochen ist. Trotzdem wurde er zum Gehweg geschliffen.
… Die heute bekannten Folgen:
Zwei offene Knochenbrüche mit mehrstündiger Notoperation, Hämatome, Prellungen, Abschürfungen, Überdehnungen usw.
Der Abtransport:
Nach ca 30 Minuten traf der erste Rettungswagen ein. Da zusätzlich ein Notarzt gerufen werden musste, verzögerte sich die Fahrt ins Krankenhaus um insgesamt eine Stunde.
Die anderen Aktivisten wurden in Gewahrsam genommen und nach Vorführung beim Haftrichter noch am selben Nachmittag entlassen. Der Schwerverletzte befindet sich nach wie vor auf der Intensivstation (3.12.). …“
Ab Mittag hielten etwa 9500 DemonstrantInnen, unter ihnen auch Wolfsburger AntifaschistInnen und viele Flüchtlingsgruppen, vor dem Tagungsgebäude eine Protestkundgebung ab.
Es sprach auch Marianne Wilke, VVN-BdA, 88 Jahre, Holocaust-Überlebende, eindrücklich zu den Anwesenden: Denkt auch an das, was DIE ÄRZTE sangen: Ihr seid nicht schuld daran, dass die Welt so ist wie sie ist, aber daran, wenn sie so bleibt wie sie ist.
Alle zogen dann in einer lebendigen Demonstration Richtung Innenstadt. Obwohl die TeilnehmerInnen völlig friedlich waren, ‚begleiteten‘ hunderte behelmte Polizisten mit heruntergelassenem Visier den Weg. Immer wieder stürmten sie grundlos und provozierend quer durch die Demonstranten auf die andere Seite der Straße. An allen Kreuzungen waren Wasserwerfer postiert. Martialisch sollten GegendemonstrantInnen abgeschreckt werden – aber ihre skandierte Antwort war: „This is what democracy looks like!“. Es scheint dem SPD-Innenminister Pistorius eine Herzensangelegenheit zu sein, Rechtsaußenparteien ungestört agieren zu lassen. Ähnlich haben sich auch die SPD-Innenminister am Ende der Weimarer Republik für das Auftreten der NSDAP engagiert. Gedankt haben ihnen das die Nazis nicht. Nach der Machtübertragung durch Hindenburg, zu dessen Wahl 1932 auch die SPD aufgerufen hatte, wurden auch die Sozialdemokraten in die KZs geworfen. Aber aus der Geschichte zu lernen, scheint für viele schwer zu sein!

Weitere Infos unter: https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/aktuelles/9-500-protestieren-in-hannover-gegen-afd-bundesparteitag-und-fuer-solidaritaet/

Kämpferischer Protest gegen Abschiebungen

28. November 2017

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Auch aus unserer Region sollen Menschen, die wegen Verfolgung, aus Angst und Verzweiflung eine riskante Flucht gewagt haben, nach Afghanistan abgeschoben werden. Dagegen protestierten wir am Samstag, den 25.11., als AntifaschistInnen und AntirassistInnen gemeinsam mit Jugendlichen der Sozialistischen Jugend DIE FALKEN, der Flüchtlingshilfe, dem DGB und der Partei „Die Linke“.
Das Auswärtige Amt der BRD warnt unverändert vor Reisen nach Afghanistan, aber das Bundesamt für Migration erteilt ebenso unverändert Ablehnungen für Asylsuchende aus Afghanistan – oft mit dem perfiden Hinweis, dass es Fluchtalternativen innerhalb des Landes gäbe. Soll ein junger Mensch, der studieren möchte, in die Berge gehen?

 

Gut 150 DemonstrantInnen, unter ihnen viele Menschen aus Afghanistan, forderten mit kämpferischen Parolen und phantasievollen Bannern die neue Landesregierung von SPD und CDU auf, den bislang praktizierten Abschiebestopp nach dem Beispiel Bremens fort zu setzen.
Scharf kritisiert wurden dabei auch die finanziellen Forderungen des Wolfsburger Jobcenters gegen Menschen, die auf dem Höhepunkt der Fluchtbewegung im Jahr 2015 durch Bürgschaften Flüchtlingsfamilien die Zusammenführung ermöglicht hatten, ohne den Schutz suchenden Menschen die lebensgefährliche Flucht über die „Balkanroute“ oder das Mittelmeer zuzumuten. Dafür nun die Helfer in den finanziellen Ruin zu treiben ist skandalös. Die Rede der Vorsitzenden der VVN-BdA Wolfsburg, Mechthild Hartung, auf der Abschlusskundgebung  vor dem Wolfsburger Bahnhof kann hier ( Rede ) nachgelesen werden.

 

Hier einige Foto’s von der lebhaften, kämpferischen Demo.

 

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