Dazu gehört
nicht nur eine Welt des Friedens und der Solidarität ohne Fremdenhass, sondern auch eine Welt, in der Profit nicht wichtiger ist als z.B. saubere Luft.
In diesen beiden Losungen wird Wesentliches gefordert: „Zwischen Profit und Wirtschaft sollte kein ‚ODER‘ stehen!“ und: „Change the system…“
Nach dem Versagen der Politik in der Umweltpolitik haben SchülerInnen nun das Heft selbst in die Hand genommen. „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch stoppen kann. Und wir sind die erste Generation, die unter ihm leiden wird!“ Ebenso drastisch wie plakativ brachten es die etwa 1000 SchülerInnen auf den Punkt. Sie demonstrierten zur Schulzeit durch die Stadt zum Rathaus. Die Bewegung „Fridays for Future“ hat Wolfsburg erreicht und – wie in hundert Ländern weltweit – wurden auch in Wolfsburg die berechtigten Sorgen und Forderungen ideenreich und kenntnisreich öffentlich gemacht. Slogans wie „Hopp, hopp, hopp – Kohle stopp!“ oder „Tiere tot, Wälder platt – Wolfsburg wird ‘ne Wüstenstadt“ und „The oceans are rising and so are we!“ waren zu hören und zu lesen – natürlich auf umweltfreundlichem Karton.
Auch skandierten die Kundgebungs-TeilnehmerInnen an die Adresse der PolitikerInnen und an eine lethargische Konsumbürgergeneration: „Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ und: „Streik in der Schule, Streik in der Fabrik, das ist uns’re Antwort auf eure Politik“. Das klang schon mächtig!
„Es reicht nicht, nur den Kohleausstieg zu fordern. Unsere Generation steht vor viel größeren Herausforderungen, und die heißen Verzicht“, so eine Rednerin auf der Abschlusskundgebung. Verzicht auf immer größeren Energiehunger, SUV’s, klimaunverträgliche Infrastrukturen. „Das geht jeden und jede Einzelne von uns an. Deshalb müssen wir jetzt handeln.“
Auf dem Friedhof in Rühen engagierten sich Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin im Rahmen der IGMetall- Antifawoche im November 2019. Eindrucksvoll rezitierten sie Auszüge des Gedichtes „
Durch die erneuten Grabungen auf dem nördlichen Gelände des ehemaligen KZ Laagberg wurden tatsächlich bereits nach wenigen Tagen bauliche Relikte an drei unterschiedlichen Stellen frei gelegt.


Im Begleitprogramm zur Ausstellung werden auch Filme im Hallenbad-Kino gezeigt, z.B. zu der Jugend-Widerstandsgruppe „Die Edelweisspiraten“. Hier kann der Flyer zu dieser sehr lohnenswerten Ausstellung und das Begleitprogramm eingesehen werden. Die Ausstellung kann noch bis zum 28. Februar besucht werden.

Am Sonntag, den 11. November, wurde auf dem Friedhof in Rühen an die 365 Säuglinge und Kleinkinder erinnert, die im sogenannten „Kinderpflegeheim“ des Volkswagenwerkes in Rühen jämmerlich zu Tode kamen. Auch hier war Sara Frenkel anwesend. Sie hatte das Leiden der Kinder als zwangsverpflichtete Krankenschwester mitansehen müssen. In den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte sie sich besonders für die Pflege und die Anbringung einer Gedenkplatte auf dem damals noch ziemlich verwahrlosten Begräbnisplatz der toten Kinder engagiert. Sehr eindrucksvoll war die Rezitation der Ballade „Kinderschuhe aus Lublin“ von Johannes R. Becher durch Jugendliche der Realschule Rühen.
Mitglieder der VVN-BdA Wolfsburg besuchten anschließend mit einem kleinen Blumengesteck noch den Standort des ehemaligen „Kinderpflegeheims“ am Ortsrand von Rühen. An diesem authentischen Ort hatte die VVN gemeinsam mit dem IG Metall-Wohnbezirk Brome am 9. Mai 2014 eine Mahn- und Gedenktafel enthüllt. Sie soll daran erinnern, dass diese Verbrechen nicht irgendwo „fernab“, sondern mitten im dörflichen Leben geschahen (
Zuvor waren sie bereits in Bergen-Belsen und den KZ-Außenlagern Drütte und SZ-Watenstedt. Unter ihnen war auch Jean-Michel Gaussot, Sohn des KZ-Laagberg-Häftlings Jean Gaussot und Präsident der Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN). Sein Vater ist auf dem Todesmarsch vom Laagberg nach Wöbbelin umgekommen. Jean-Michel Gaussot war auf Einladung der VVN-BdA Wolfsburg und des Wolfsburger Vereins „Erinnerung und Zukunft“ im Frühjahr in Wolfsburg, hatte aus dem Buch über seinen Vater gelesen und mit jungen Menschen diskutiert
Nach einer bewegenden Gedenkzeremonie mit Kranzniederlegung und Gesang mehrerer Strophen des „Moorsoldatenliedes“ in deutscher und französischer Sprache an der Stele fuhren die Gäste weiter nach Wöbbelin, dem Ziel des Todesmarsches vom Laagberg. Viele der vollkommen entkräfteten Häftlinge starben auf dem Todesmarsch und in Wöbbelin an den unsäglichen Bedingungen und konnten den Befreiungstag des 2. Mai nicht mehr erleben.
Seenotrettung – ein Muss!
29. September trafen sich unter dem Motto „We’ll Come United“ über 25 000 Menschen in Hamburg, um mit einer Parade für Teilhabe, Solidarität und gleiche Rechte für alle und gegen das Sterben im Mittelmeer und den alltäglichen Rassismus zu demonstrieren. Darunter waren auch Wolfsburger AntifaschistInnen, die zusammen mit Flüchtlingen mit dem Niedersachsenticket nach Hamburg gereist waren.
44 bunte Trucks gaben der Demonstration ein lautstarkes und fröhliches Gepräge. Zum Abschluss feierten alle zusammen am Hamburger Hafen ein buntes Fest „United Against Racism – Zusammen gegen Rassismus“. Bei der Rückfahrt nach einem langen erlebnisreichen Tag waren sich die WolfsburgerInnen einig: jeder, der nicht dabei war, hat viel verpasst. Und im nächsten Jahr sind wir wieder bei der Antirassistische Parade dabei und nehmen noch mehr WolfsburgerInnen mit!
Mitte August wurden im sanierten Handwerkerviertel insgesamt 10 Stelen und Info-Tafeln in einer „Ausstellung vor Ort“ der Öffentlichkeit übergeben. Sie erinnern an die Nazivergangenheit der ehemaligen Barackenstadt. Im sog. „Gemeinschaftslager“ waren neben städtischen Behörden zuerst italienische Bauarbeiter, später ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene untergebracht. Eine Tafel erinnert in der Kleiststraße 44 an das mit Stacheldraht eingezäunte Kriegsgefangenen-/Straflager, wo sowjetische und italienische Kriegsgefangene besonders schlecht behandelt wurden. „Wie Tiere“ berichtet ein niederländischer Student in einem Brief nach Hause.




