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Erklärende Tafel zum „Arisierer“ Hinrich Wilhelm Kopf

31. Oktober 2017

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In der Hinrich-Kopf-Straße in Detmerode weist eine Tafel auf seine Rolle im Faschismus hin.
Vor gut einem Jahr hatte die VVN-BdA Wolfsburg mit einer Aktion an den Beschluss des Ortsrates Detmerode erinnert, dem Straßenschild an der Hinrich-Kopf-Straße wenigstens eine erklärende Tafel zur Rolle von Hinrich Wilhelm Kopf im Faschismus hinzu zu fügen (siehe unseren Homepage-Eintrag vom 15. August 2016). Die ursprüngliche Forderung nach einer Umbenennung z.B. in Horst-Weiß-Straße (einem ehemaligen Ortsbürgermeister, der sich um die deutsch-polnische Aussöhnung verdient gemacht hatte) war auch nach einer ausführlichen Informationsveranstaltung mit dem IZS nicht zu erreichen. Nun ist die erklärende Tafel endlich aufgestellt worden. Sie trägt folgenden Text:
„Während der Zeit des Nationalsozialismus beteiligte sich Hinrich Wilhelm Kopf zunächst in Berlin, dann im besetzten Polen an verantwortlicher Stelle an der Enteignung jüdischen und polnischen Vermögens. Einer kritischen Auseinandersetzung mit seiner Rolle während der NS-Diktatur widersetzte er sich zeitlebens. Im Jahre 1945 ernannte die britische Militärregierung Kopf zum Oberpräsidenten der Provinz Hannover. Er war maßgeblich am demokratischen Neubeginn des Landes Niedersachsen beteiligt.“
Zwar wird hier nicht erwähnt, dass Hinrich Wilhelm Kopf den niedersächsischen Landtag über seine Vergangenheit belogen hat, was der wesentliche Grund für die Umbenennung des zuvor nach ihm benannten Platzes vor dem Landtag in Hannover war. Dennoch ist diese Tafel ein kleiner Erfolg gegen die „Erinnerungskultur“ der Stadt Wolfsburg, die immer noch unkommentiert viele Nazianhänger und Naziclaqueure durch Straßennamen ehrt, wie z.B. Ferdinand Porsche und Agnes Miegel.

Opfergräber erhalten im nächsten Jahr Metallplatten

31. Oktober 2017

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Die von uns seit 2011 kritisierte unterschiedliche Pflege von 4 Opfergräbern einerseits und Gräbern von Wehrmachtsoldaten andererseits auf dem Friedhof in Fallersleben sowie der Wunsch nach Sichtbarmachung der Namen der Opfer hat nun ersten Widerhall gefunden. Die Kissensteine von
Witaly Sedel, „Russe“, 3.6.1925 – 12.8.1944, Wenzel Smid, Tscheche, 16.19.1916 – 27.10.1941, Felix Kurek, Pole, 19.5.1882 – 24.4.1941 und Zygmund Wyszynski, Pole, 24.9.1913 – 20.2.1944 (?) wurden behelfsmäßig gereinigt, bevor sie im Jahr 2018 durch haltbare Metallplatten ersetzt werden. Die Bepflanzung werden wir im Auge haben.

Rote Pflasterung markiert KZ-Fundamentverlauf

31. Oktober 2017

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Wenn auch der historische Ort durch das Abtragen der Fundamentfunde endgültig zerstört ist, sind wir froh, dass ein Teil der Grundmauern der ehemaligen KZ Laagberg-Baracke 4 auf dem ansonsten grauen Gehweg durch rote Pflasterung sichtbar gemacht wurde. Wir gehen nun davon aus, dass auch in der geplanten angrenzenden Grünfläche und im Bereich der 2 Tiefgaragenanlagen, der LKW-Ladezone und des Logistikbereiches die Kennzeichnung in geeigneter Weise fortgesetzt wird.

Drei Workshops zum Thema „KZ Laagberg“ im Jahr 2017

19. Oktober 2017

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Das IZS lädt ein.

Am 20.10., 10.11. und 8.12. 2017 finden die Workshops statt. Damit wird der Erwartung der ‚Amicale Internationale KZ Neuengamme‘ und anderen Opferverbänden sowie der Zivilgesellschaft entsprochen.
Am 16.6.2017 schrieb der Präsident der AIN, Jean-Michel Gaussot, Sohn eines Opfers vom KZ Laagberg, an OB Mohrs: „… Wir hoffen, dass die Planungen dieses historischen Lernortes in Absprache mit Partnern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zügig vorangetrieben werden und somit ein Erinnerungs- und Bildungsort entstehen wird, der mit einer Dauerausstellung, Seminarräumen und Bildungsangeboten einen dauerhaften Platz in der Öffentlichkeit einnimmt und insbesondere Schülergruppen die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt ermöglicht.“

Wir als VVN-BdA Wolfsburg nehmen das gesamte Gelände des ehemaligen KZ Laagberg in den Blick, wenn es um den „Erinnerungsort“ geht. Nachdem der konkrete historische Ort durch das Abtragen der Fundamentfunde und Baggerarbeiten endgültig zerstört wurde, wünschen wir die Kenntlichmachung der Größe des KZ Laagberg z.B. durch Kennzeichnung des elektrisch geladenen Lagerzauns anhand von Edelmetallsäulen analog zur Gedenkstätte KZ Neuengamme oder durch Leuchtsteine/ Leuchtlinien dort, wo die senkrechten Markierungen nicht möglich sind.

Die Größe der KZ-Baracken soll z.B. durch andersfarbige Pflasterung und/ oder auch Leuchtsteine sichtbar gemacht werden, begleitet durch deutlich erkennbare Texte (z.B. Lesepult + Text + Modell/ Relief). Auch die Gestalt einer Baracke könnte durch eine Stahlkonstruktion assoziiert werden, ähnlich wie es in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme geschieht.

Schon jetzt kann die Bushaltestelle umbenannt werden in „Gedenkort KZ Laagberg“ (Hannover: Gedenkstätte Ahlem).

Der Einsatz von Gabionen ist zu prüfen.

Film „Wir sind Juden aus Breslau“ am 24.9.,11.00 Uhr im Delpin-Kino

20. September 2017

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Der Film von Karin Kaper und Dirk Szuszies „Wir sind Juden aus Breslau“ ist mit Unterstützung der VVN-BdA Wolfsburg am 14.9. mit Erfolg im Delphin-Kino gezeigt worden – (siehe auch Wolfsburger Nachrichten vom 15.9.)
Wegen der großen Nachfrage wird er am Sonntag, den 24.9., 11.00 Uhr noch einmal im Delphin-Kino, Hugo-Bork-Platz, wiederholt.
Er zeigt am Schicksal junger Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Breslau, der damals drittgrößten in Deutschland, wohin Rassismus und Faschismus geführt haben.  Angesichts der stärker werdenden nationalistischen und antisemitischen Strömungen in vielen Ländern Europas ist der Film von aktueller Brisanz. Der Film wird auch von der IG Metall Wolfsburg, dem Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Wolfsburg/Region Braunschweig unterstützt.

Protest gegen Militär am Antikriegstag

4. September 2017

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Vom 1. bis 3. September wurde in Wolfsburg der „Tag der Niedersachsen“ veranstaltet. Auch die Bundeswehr war mit Militärgerät und Werbetrucks vertreten – eröffnet ausgerechnet am 1. September, dem weltweit begangenen Antikriegstag/Weltfriedenstag. Dagegen protestierten Mitglieder der Wolfsburger VVN-BdA und weitere FriedensfreundInnen – siehe Foto. Junge Menschen und Kinder am Antikriegstag in ein Kampfflieger-Cockpit zu locken und mit „Karrierechancen“ beim Militär ködern zu wollen, bezeichneten sie als geschichtsvergessen und skandalös. Sie fragten: Wieviel ist es dann wert, wenn der OB und weitere Ratsmitglieder sich an der weltweiten Aktion „Mayors for Peace“ beteiligen und mit der Friedensfahne in der Presse ablichten lassen (WAZ und WN am 8.7.17)?

Rat stimmt Verlagerung der Fundamentrelikte des KZ Laagberg zu.

29. August 2017

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In seiner Sondersitzung am 21. 8. hat der Rat der Stadt Wolfsburg der Verlagerung der Fundamentrelikte der Baracke 4 des KZ Laagberg auf die Ausweichstelle an der Breslauer Straße zwischen Lidl-Parkplatz und Tankstelle gestimmt. Dieser Ort befindet sich innerhalb des ehemaligen KZ-Lagergeländes. Bestandteil des Beschlusses ist neben der Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte an dieser Stelle, in der die Fundamentreste, museal aufbereitet, gezeigt werden sollen, auch das folgende Versprechen: „Ein Teil der sichergestellten Fundamente soll vor Ort verbleiben und im Rahmen der Baumaßnahme sichtbar gemacht und gekennzeichnet werden.“ Vor der Sitzung hatte das Jugendbündnis Wolfsburg noch einmal auf einer kurzfristig anberaumten Kundgebung, an der sich auch die VVN-BdA beteiligte, für den Verbleib der Fundamente am Originalort geworben – siehe Foto. Eine „Verlegung des Tatorts aus wirtschaftlichen Gründen ist würdelos“, so die Jugendlichen.

Die VVN-BdA Wolfsburg erwartet nun, dass in Zukunft kontinuierlich interessierten BürgerInnen und den Opferverbänden die Möglichkeit geboten wird ihre Ideen und Vorschläge zu Inhalt und Gestaltung der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen. Die Beteiligung muss sicher stellen, dass bereits während der Konzeptentwicklung aktiv mitgewirkt werden kann. Das Integrationsreferat hatte 2010 ein hervorragendes Beispiel für ernst gemeinte Bürgerbeteiligung realisiert.

Die WAZ-Redakteurin Andrea Müller-Kudelka hat uns erlaubt, ihren Artikel über die Sondersitzung auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Vielen Dank! Ihren Bericht aus der WAZ vom 22.8. können Sie hier lesen. (  WAZ_Verlegung  )

Der Ratsbeschluss mit Begründung kann hier gelesen werden. (  Ratsbeschluss  )

Geschichte des KZ Laagberg in den „Wolfsburger Nachrichten“

23. Juli 2017

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Luftbild heute

Die Wolfsburger Nachrichten haben mit zwei Sonderseiten über die Geschichte des KZ Laagberg und die gegenwärtige Diskussion um den Umgang mit den Barackenfundamenten berichtet. Die Kultur-Redakteurin Eva Hieber führte dazu umfangreiche und gut fundierte Recherchen durch. Sie hat der VVN-BdA Wolfsburg dankenswerter Weise erlaubt, ihre Artikel auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Sie sind hier, durchnummeriert als WN 1 bis WN 7, nach zu lesen.

WN 1 >>>
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Gesprächskreis hat Fragen an den OB

16. Juli 2017

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Auf Einladung der VVN-BdA Wolfsburg e.V. haben sich 15 Interessierte in der Bonhoeffergemeinde Westhagen getroffen. Sie tauschten sich aus zu Fragen des Umgangs mit den Fundamentfunden des KZ Laagberg und trugen zahlreiche Ideen zusammen, die das Interesse wecken und wach halten können. Dazu gehören eventuell eine Veranstaltungsreihe mit Experten, kulturellen Beiträgen, einer Ausstellung u.v.a.m.
Alle waren sich einig: ein Einkaufszentrum braucht man an der Stelle nicht (2 Penny-Märkte und ein Lidl-Geschäft befinden sich in der Nähe); die einmaligen originalen Funde müssen am historischen Ort bleiben.

Die am 21.6. im Rat der Stadt von OB Mohrs gehaltene Rede gab Anlass zu Fragen, die heute in einem Brief an ihn formuliert wurden. Dieser Brief kann hier gelesen werden …

Fragen an den OB

Fundamentrelikte nach knapp 3 Monaten endlich besser vor Witterung geschützt

11. Juli 2017

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Nachdem am 13. April die archäologischen Grabungen und die Dokumentation der Fundamentfunde abgeschlossen waren, haben wir mit Sorge verfolgt, wie sie den unterschiedlichen Wetterlagen ausgesetzt waren. Die Mitarbeiter der archäologischen Grabungsfirma „Arcontor“ äußerten schon während der Freilegung, dass die Betonfundamente in einem sehr schlechten Zustand seien.
Dies betonte auch die Stadt wiederholt; u.a. begründete sie damit, dass die Fundamentfunde an einem anderen Ort ‚museal‘ erhalten werden müssen.
Einen entsprechend fürsorglichen Umgang mit den einmaligen Funden konnten wir nicht beobachten.

Erst am 19.5. hatte dann ein provisorischer Schutz durch Plastikflatterbänder und darauf gelegte Steine stattgefunden, ein Abpumpen des Regenwassers v.a. aus einem der tonhaltigen Bereiche erfolgte erst nach dem 3.7.
Heute, 10.7., wurde knapp 3 Monate nach der Freilegung der unwiederbringlichen Zeugnisse des KZ Laagberg eine Holzkonstruktion über den Fundamenten mit Dachlatten in den Boden geschlagen. Das erleichtert uns.
Für den Winter wird es aber nicht ausreichen.

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