– auch für 800 KZ-Häftlinge
Dieser Platz mit dem Mahnmal wurde 2010 der Öffentlichkeit übergeben. Der 2008 als Ratsbeschluss manifestierte Text, der heute als Vermächtnis der BürgerInnen Wolfsburgs im Zentrum der Stadt zu lesen ist, nennt weder die Verantwortlichen für das Leiden der Opfer, noch bezieht er die 8oo KZ-Häftlinge vom KZ Laagberg mit in das Gedenken ein. Beides hatte die VVN-BdA Wolfsburg bei den Beratungen über einen möglichen Text vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben wir ausdrücklich beide Opfergruppen auf der Kranzschleife genannt.
Ausschließlich französische KZ-Häftlinge selbst haben auf dem Gedenkstein am Laagberg für das öffentliche Gedenken an sie gesorgt. Auch der Gedenkstein auf dem Werksgelände (1992) erwähnt die Opfergruppe der KZ-Häftlinge nicht.
Durch die Ausgrabungen der KZ-Fundamente und die öffentlichen Auseinandersetzungen um den Umgang mit ihnen ist das Thema „KZ-Laagberg“ nicht mehr tot zu schweigen. Wie lange wird es nun noch dauern, bis Inschriften verändert werden oder zusätzliche Informationen öffentlich sichtbar gemacht werden?
Dezentral gedenken wir der Opfer des Faschismus, wie der 4 Zwangsarbeiter, die in Fallersleben begraben sind.
8.Mai, 17.00h Mahnwache auf der Gedenkstätte Werderstraße
Am 11. April 1945 erreichten die ersten Einheiten der US-Armee die „Stadt des KdF-Wagens“. Die SS und auch die letzten Wehrmachts- verbände waren Richtung Magdeburg abgezogen, sodass die Stadt ohne Kämpfe befreit wurde. Nahezu 15.000 Zwangs- arbeiterInnen und KZ-Häftlinge waren frei. Die Wolfsburger VVN-BdA erinnerte am 75. Jahrestag an diesen Befreiungstag.
Die VVN erinnerte am 75. Jahrestag des Todesmarsches an Leiden und Tod der KZ-Häftlinge. Seit dem Auffinden der Fundamentreste des ehemaligen KZ Laagberg kann die Existenz dieses KZs in Wolfsburg nicht mehr verschwiegen werden.
Anfang April 1945 wurden die frontnahen Außenlager des KZ Mittelbau-Dora sowie ein Außenlager des KZ Neuengamme in Hannover-Stöcken vor den herannahenden alliierten Truppen geräumt. Die Lager-Wachmannschaften der SS und der Wehrmacht trieben die KZ-Häftlinge in die Altmark. Am Abend des 13. April erreichten Marschkolonnen Gardelegen, wo die Häftlinge in die Feldscheune des Gutes Isenschnibbe getrieben wurden. Anschließend steckten die Wachmannschaften die Scheune in Brand, nachdem sie zuvor versucht hatten, die Häftlinge mit Maschinengewehrfeuer zu töten.
1016 Menschen wurden brutal ermordet. Die Opfer des Massakers stammten aus Polen, der Sowjetunion, Frankreich, Ungarn, Belgien, Deutschland, Italien, der ehemaligen Tschechoslowakei und Jugoslawien, den Niederlanden, Spanien und Mexiko. Nur von 305 Ermordeten ließ sich nach der Entdeckung des Tatorts die namentliche Identität ermitteln.






