Neue Banner mahnen: KZ-Opfer würdigen
22. September 2026
Seit dem Ratsbeschluss im Jahr 2017 warten die Wolfsburger AntifaschistInnen auf den Baubeginn des Gedenk- und Lernorts KZ – Außenlager Laagberg. Die Forderung, endlich am authentischen Ort das Projekt zu realisieren, wird inzwischen von mehreren Wolfsburger Persönlichkeiten und Initiativen, darunter dem 2023 gegründeten „Freundeskreis Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager Laagberg“, geteilt. Wesentlich dazu beigetragen hat sicherlich das nicht nachlassende Interesse in Frankreich, woher die Hälfte der etwa 800 Häftlinge stammten (https://wolfsburg.vvn-bda.de/2024/02/27/jean-michel-gaussot-gedenk-und-lernort-kz-laagberg-wird-2025-gebaut/).

Auf dem Banner: Yves Normant, französischer Widerstandskämpfer.
Er wurde nur 26 Jahre alt. Foto: M. Hartung
Auf Initiative des IZS Wolfsburg (entspricht einem Stadtarchiv) wird die provisorische Situation am historischen Ort mit einem Zelt für die Fundamentreste durch Banner am Bauzaun gemildert. Die Banner machen die Geschichte des ehemaligen KZ für die Öffentlichkeit etwas sichtbar und geben einigen Opfern ein Gesicht.
Kürzlich wurden drei neue Banner angebracht. Durch die verdienstvollen Recherchen des Ehepaars Paulsen vom Freundeskreis konnte der kommunistische bretonische Résistance -Kämpfer Yves Normant ausfindig gemacht werden. Er wird nun mit einem Foto und einer Kurzbiografie auf einem neuen Banner vorgestellt. Neben Yves Normant widmen sich die Banner dem Schicksal der erst 18-jährigen sowjetischen Zwangsarbeiterin Nadja Safonowa sowie den DEGOB-Protokollen, in denen ungarische Jüdinnen nach ihrer Befreiung von ihrer KZ-Haft in der „Stadt des KdF-Wagens“ berichten.

Damit verbinden die Banner individuelle Lebensgeschichten und historische Quellen mit der Geschichte des KZ in der damaligen KdF-Stadt. Sie zeigen auch noch einmal deutlich, wie notwendig bei bald 20% für eine rechtsextreme Partei bei den gerade stattgefundenen Kommunalwahlen in Wolfsburg der baldige Baubeginn des Gedenk- und Lernorts KZ – Außenlager Laagberg ist. Wissen um die NS-Geschichte ist notwendig für Demokratiebildung in allen Altersgruppen. Es muss hautnah, konkret und mit den neusten Medien appellativ vermittelt werden. Alfred Hartung





