8. Mai in Wolfsburg: Gedenken heißt Handeln
18. Mai 2026

Fast 80 Bürgerinnen und Bürger folgten in diesem Jahr der Einladung des breiten Bündnisses um den „Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft“ mit Beteiligung der VVN-BdA auf die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus.
Mit dem jüdischen Sprichwort „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ hatte das Bündnis erneut die Forderung nach dem Baubeginn der Mahn- und Gedenkstätte am ehemaligen KZ Laagberg, Außenlager des KZ Neuengamme, in den Mittelpunkt seiner Einladung gestellt.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann sagte in seinem Grußwort den Baubeginn für 2026 definitiv zu. Die Moderatorin der Gedenkveranstaltung, die Vorsitzende der VVN-BdA Wolfsburg, Mechthild Hartung, dankte ihm dafür und betonte, dass die im Bündnis zusammen geschlossenen Initiativen sehnlichst darauf warten – wolfsburg.vvn-bda.de/2025/04/16/gedenk-und-lernort-wird-endlich-gebaut/.
Die Hauptredner der Gedenkveranstaltung, Prof. Dr. (em.) Werner Widuckel, ehemals Referent des Gesamtbetriebsrates der VW AG, betonte in seiner Rede die Bedeutung der Demokratie für unser Zusammenleben und die weitere Zukunft in unserem Land. Das Grundgesetz legt glasklar in §1 fest: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Mit seinen Erfahrungen an seinem Wohnort in einer bayerischen Gemeinde führte er aus, dass das durchaus als nicht selbstverständlicher Handlungsauftrag zu verstehen ist.

Besonders eindrucksvoll war der Beitrag von vier jungen Mitgliedern des Jugendbeirates der Stadt Wolfsburg. Sie haben unter Anleitung eines österreichischen Sozialwissenschaftlers und mit Unterstützung des Wolfsburger Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) begonnen, widerständige Biografien von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen während ihrer Sklavenarbeit im Volkswagenwerk aufzuarbeiten.
Widerstandslieder
Der IG Metallchor „Gegenwind“ begleitete die Veranstaltung mit internationalen Liedern. Sie handeln vom Schrecken des Krieges, vom Widerstand gegen Unterdrückung und Faschismus und zeigen, dass Musik einen wichtigen Beitrag im Kampf um Freiheit, Demokratie und Frieden leisten kann.
Die Wolfsburger VVN-BdA ehrte auch an einem weiteren Orten die Opfer der Nazidiktatur. So schmückte sie das Relief an der BBS I, das an den Standort des sogenannten „Kinderheimes“ des Volkswagenwerkes erinnert, mit roten Nelken. Das Relief hatte die VVN im Jahr 2013 gemeinsam mit dem IG Metall-Ortsteil und Schülerinnen und Schüler der Berufsschule angebracht. Allein hier waren mehr als 75 Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen umgekommen – wolfsburg.vvn-bda.de/2025/09/17/meine-mutter-schaelte-die-kartoffeln-besonders-dick.
Die Vorsitzende der Wolfsburger VVN, Mechthild Hartung, sagte dazu: „Für mich ist es nur schwer erträglich, dass einer der Hauptverantwortlichen für den Tod dieser Kinder und ihrer Mütter, an die wir heute Nachmittag auf der Gedenkstätte erinnert haben, nämlich Porsche, in dieser Stadt immer noch – u.a. – mit der Benennung der Hauptgeschäftsstraße und mit einem Denkmal vor dem Rathaus – geehrt wird. Wir wollen stattdessen, dass endlich mit der Errichtung des Lern- und Gedenkortes am Laagberg begonnen wird. “ A. Hartung

Foto Gedenkort: A. Hartung
Foto Gedenktafel: M.Hartung





