Wegen Corona zunächst abgesagt

23. November 2021

„MUT ZUM LEBEN“ – der 4. Film der Antifa-Filmreihe im Gewerkschaftshaus – kann nicht gezeigt werden.

Wir holen das aber nach, wenn es wieder möglich ist. Als kleiner Vorgeschmack hier der Link zum Trailor:

Erste Stolpersteine in Gifhorn

25. Oktober 2021

Der Naziterror richtete sich nicht nur in den Zentren des Widerstandes wie Berlin oder im Ruhrgebiet, sondern auch in der „Provinz“ gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten, Jüdinnen und Juden und andere, nach Nazimeinung „lebensunwerte Menschen“. Daran wurde Anfang Oktober im beschaulichen Gifhorn mit der ersten Verlegung von neun Stolpersteinen durch Gunter Demnig erinnert.

Die Stolpersteine ehren jetzt fünf jüdische Opfer vor deren letzter Wohnstätte und vier psychisch Kranke, die in den Kästorfer Anstalten der Diakonie bei Gifhorn zwangsuntergebracht waren. Bei der Verlegung berichteten jeweils kurz die Patinnen und Paten der Steine vom Leben und Sterben der Opfer. Zum Abschluss wurden von den Teilnehmenden der Gedenkfeier weiße Rosen an den jeweiligen Stolpersteinen niedergelegt.

Die Stadt Gifhorn hat eine reich bebilderte Broschüre über Leben und Schicksal der Opfer erstellt, die von der Dachstiftung Diakonie gefördert worden ist. Sie basiert auf den Forschungsergebnissen der Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Gifhorn“ und bietet Informationen über die Nazizeit in Gifhorn und zu den Biografien der neun Opfer. Sie kann bei der Stadt angefordert werden (kultur@stadt-gifhorn.de).

Gifhorner Antifaschistinnen und Antifaschisten verlangen nun, dass auch Straßen, wie beispielsweise die Hindenburgstraße, umbenannt werden. MH

Die ersten Stolpersteine wurden in Gifhorn gesetzt. Foto: Privat

Häftlingskleidung beeindruckte Jugendliche / Antifa-Sommertouren erfolgreich beendet

19. September 2021

Foto: Privat

Am Sonntag, 5.9., hat die VVN-BdA Wolfsburg ihre vier antifaschistischen Fahrrad-Sommertouren erfolgreich beendet.

Die letzte der zusammen mit dem Deutsch-Arabischen Freundeskreis (DAF) und von „Demokratie leben“ unterstützten Touren führte vom Sara-Frenkel-Platz zum Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers auf dem Laagberg. Dort informierten sich die zehn Teilnehmenden, darunter auch Jugendliche der SJD-Die Falken und Jusos, über die Geschichte des „KZ Laagberg“ und den geplanten Lern- und Gedenkort.

Besonders beeindruckt waren alle Teilnehmenden von der originalen Häftlingskleidung aus dem Archiv der VVN-BdA Niedersachsen, die an der Stele ausgelegt war.

Im Rahmen des Begleitprogramms „1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“ wird die VVN-BdA zusammen mit dem Wohnbezirk der IGM Wolfsburg vier antifaschistische Filme über jüdische Widerstandskämpfer*innen zeigen. Die Vorführungen finden am 23.9., 14.10, 28.10 und 25.11. jeweils donnerstags, 17 Uhr, im Wolfsburger Gewerkschaftshaus statt und sind eintrittsfrei. Weitere Infos sind hier erhältlich.

Demounterstützung aus Niedersachsen

18. September 2021

Unüberschaubar die Masse der Menschen jeden Alters und jeder Hautfarbe, die am 4.9. in Berlin anlässlich der „#unteilbar“-Demo auf der Straße waren – darunter auch viele Mitglieder der VVN-BdA u.a. aus Wolfsburg.

„Alle rund 30 000 Menschen zeigten solidarisch: Wir lassen und nicht auseinander dividieren und gegeneinander treiben – wir wissen, dass es ein ‚Oben‘ und ein ‚Unten‘ gibt. Die ‚Unten‘ wissen, sie gehören in ihrem Kampf zusammen: gegen rassistische Diskriminierung, Miethaie, Abschiebung, sexuelle Diskriminierung, neofaschistische Entwicklung u.v.a.m. #unteilbar – das Motto vereint uns und macht uns stark“, so die Eindrücke von Mechthild Hartung, Sprecherin der VVN-BdA Niedersachsen.

Foto: Hartung

Gestaltung: Bernadette Kersten

Antifa-Fahrrad-Sommertouren und Filme

6. September 2021

Nach den vier kürzlich durchgeführten Antifa-Stadtführungen per Fahrrad bieten die VVN-BdA Wolfsburg und die IG Metall Wohnbezirke eine Filmreihe im Rahmen der Aufklärung gegen Rechts und anlässlich des Erinnerungsjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben“ an. Die Aufführungen finden immer donnerstags um 17 Uhr im Gewerkschaftshaus statt. Anschließend ist eine Diskussion bei kleinen Snacks geplant.

Folgende Filme werden angeboten:

1. Am 23.09., 17 Uhr: Kurt Julius Goldstein, der „Judenkönig von Auschwitz“, Dokumentarfilm, ein Porträt.
(Ingrid Strobel)

2. Am 14.10., 17 Uhr: Esther Bejarano, Erinnerungen, Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap – Band gegen rechts,
Elena (Valsania u.a.)

3. Am 28.10., 17 Uhr: Ernst Grube, Zeitzeuge; Von einem, der nicht aufgibt
(Christel Grube und Ingeborg Weber)

4. Am 25.11., 17 Uhr: Mut zum Leben, die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz
(Esther Bejarano, Yehuda Bacon, Eva Puztai – Fahidi, Greta Klingsberg, Christa Spannbauer und Thomas Gonschior)

Die Teilnahme ist kostenlos. Es gelten die dann veröffentlichten Pandemie-Regelungen. Alle Veranstaltungen finden sich auch auf der Homepage des Schulterschluss‘ unter www.geschlossen-weltoffen.de.

Antifa-Fahrrad-Stadtführungen zu historischen Orten

5. August 2021

Gute Beteiligung dank lokaler Kooperationen mit DAF und IGM


Ehrung der Verfolgten durch Nelken. Foto: Alfred Hartung

Die VVN-BdA Wolfsburg führt zusammen mit dem Deutsch-Arabischen-Freundschaftskreis (DAF) und dem IG Metall Wohnbezirk Wolfsburg seit Kurzem Antifa-Stadtführungen mit dem Fahrrad durch.

Im Juli führte die erste Tour ins „Wolfsburger Moor“, wo die ersten im Volkswagenwerk ausgebeuteten und daran verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangene verscharrt wurden. Anfang August standen auf der zweiten Tour mit 15 Teilnehmer*innen weitere Erinnerungspunkte an Nazi-Verbrechen in der damaligen „KdF-Stadt“ auf dem Programm. Ein Highlight war dabei die temporäre Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, die bis zum 29. August in der Fußgängerzone von Wolfsburg zu sehen ist. Dort wurden bei allen Sportler*innen rote Nelken niedergelegt (siehe Foto). „Durch die Kooperation mit dem DAF wird eine gute Beteiligung von Wolfsburger Bürger*innen mit Migrationshintergrund erreicht“, sagt Mecki Hartung von der VVN-BdA Wolfsburg.

Am 8. August wurde mit 11 Teilnehmenden nach Rühen zum authentischen Ort des ehemaligen sog. „Kinderpflegeheims“ des VW-Werkes geradelt, wo mehr als 350 Babys und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen jämmerlich zugrunde gingen. Die Tour nahm den gleichen Weg, den die Zwangsarbeiterinnen laufen mussten, damit sie wenigstens einmal in der Woche ihr Kind sehen konnten. Dort wurde auch die besondere Rolle von Sara Frenkel gewürdigt, die sich bis heute als ehemalige Zwangsarbeiterin für das Gedenken an die Kinder einsetzt.

Zum Abschluss der Antifa-Sommertouren wird am 5. September die KZ Laagberg-Erinnerungsstele an der Breslauer Straße in Wolfsburg aufgesucht. Dort werden dann auch die Pläne für einen Lern- und Gedenkort vorgestellt, der nach dem Fund der Barackenfundamente des ehemaligen KZs in den nächsten Jahren errichtet werden soll.

Alfred Hartung

Antifa-Fahrrad-Sommertouren von VVN, DAF und IGM Wohnbezirke

11. Juli 2021

Beginn jeweils 10.00 Uhr am Sara-Frenkel-Platz

Die VVN-BdA Wolfsburg führt zusammen mit der Deutsch-Arabischen-Freundschaftskreis (DAF) und dem IG Metall Wohnbezirk in den Sommermonaten mehrere Antifa-Stadtführungen mit dem Fahrrad durch. Sie werden vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt.

Am 11. Juli 10:00 Uhr startet die erste Tour vom Sara-Frenkel-Platz in der Innenstadt zur Begräbnisstätte von sowjetischen Kriegsgefangenen im Wolfsburger Moor; von dort fahren wir zur Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus, Werderstraße.

Am 1.8. werden, ausgehend vom Sara-Frenkel-Platz, verschiedene Erinnerungspunkten an Nazi-Verbrechen in der damaligen KdF-Stadt aufgesucht. Ein Highlight dabei ist Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, die bis 29. August in der Fußgängerzone aufgebaut ist. Die Ausstellung würdigt mit Hilfe großformatiger skulpturaler Präsentationen den großen Anteil jüdischer Athletinnen und Athleten an der Entwicklung des modernen Sports in Deutschland.

Am 8.8. fahren wir vom Sara-Frenkel-Platz aus 12 km nach Rühen zum authentischen Ort des ehemaligen „Kinderpflegeheims“ des Volkswagenwerkes, wo mehr als 350 Babys und Kleinkinder von Zwangsarbeiterinnen jämmerlich zugrunde gingen. Die Tour nimmt den Weg, den die Zwangsarbeiter:innen laufen mussten, um wenigstens 1x in der Woche ihr Kind zu sehen.

Zum Abschluss der Sommertour wird am 5.9., wieder ausgehend vom Sara-Frenkel-Platz, die KZ Laagberg-Erinnerungsstele an der Breslauer Straße aufgesucht. Dort werden dann auch die Pläne für den Lern- und Gedenkort vorgestellt, der nach dem Fund der Mauerreste von Baracken des ehemaligen KZs in den nächsten Jahren errichtet werden soll.

Die Teilnahme an allen Touren ist kostenlos und auch kurzfristig ohne Anmeldung möglich. Weitere Infos sind über die Mail-Adressen mecki.hartung@gmx.de und/oder DAF_WOB@gmx.de erhältlich.

22. Juni: „Dieses monströse Verbrechen ist nicht in die deutsche Erinnerung eingegangen.“

25. Juni 2021

Aus Anlass des 80. Jahrestages des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion hatte die VVN-BdA Wolfsburg zu einem Gedenken auf die örtliche „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ eingeladen. Im Mittelpunkt standen an diesem Tag die 81 sowjetischen Kriegsgefangenen, die dort begraben liegen. Sie waren aus den „Heidelagern“ in die „KdF-Stadt“ verschleppt worden und mussten im Volkswagenwerk Zwangsarbeit leisten.

Alfred Hartung betonte in seiner Ansprache: „Über 3,3 Millionen Sowjetsoldaten sind in deutschen Gefangenenlagern verhungert, erfroren und an Misshandlungen gestorben oder erschossen worden. Dieses monströse Verbrechen ist in keiner Weise in die deutsche Erinnerung eingegangen. Obwohl die Publikationen über das Leben der Zwangsarbeiter im Volkswagenwerk vom damaligen Stadtarchivar Siegfried schon seit Ende der 80er Jahre vorliegen, ist auch das Schicksal dieser 81 Opfer in der Wolfsburger Bevölkerung so gut wie unbekannt. Deswegen versammeln wir uns heute an diesem historischen Datum an diesem Ort.“

Die gut 20 TeilnehmerInnen legten während des Verlesens der Namen rote Nelken auf die jeweiligen Grabstätten nieder und zeigten damit, dass diese toten Sowjetsoldaten nicht vergessen sind. Ein Vorschlag aus der Teilnehmerrunde war, die in Kyrillisch auf den Grabplatten stehenden Namen mit lateinischen Buchstaben zu ergänzen. Die würdige Feier endete mit einer Kranzniederlegung und dem Singen des Liedes „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“ von Jewgeni Jewtuschenko vor dem Mahnmal, das von der sowjetischen Militärverwaltung noch 1945 errichtet worden war.

Alfred Hartung

Einladung für den 22. Juni zum Gedenken an 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

15. Juni 2021

Braunschweig: Neonazis abgeblitzt

25. Mai 2021


Protest gegen „Die Rechte“ vor der Synagoge in Braunschweig.
Foto: Hans-Georg Dempewolf

Unter dem Motto „Antisemitismus bekämpfen – Judenfeinde stoppen“ haben rund 300 Braunschweiger Antifaschistinnen, unter ihnen Mitglieder der VVN-BdA aus Braunschweig und Wolfsburg (siehe Foto), am 21. Mai eine Provokation der Neonazipartei „Die Rechte“ verhindert. Die Neonazis wollten mit bekannten antisemitischen Stereotypen ihre Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden auf die Straße und unmittelbar bis in die Nähe der Synagoge tragen. Das wurde ihnen aber von der Versammlungsbehörde nach Protesten des Braunschweiger „Bündnis gegen Rechts“ und entsprechend des Erlasses des niedersächsischen Innenministeriums nicht genehmigt und stattdessen ein anderer Platz hinter dem Schloss zugewiesen. Die Braunschweiger Antifaschistinnen machten mit ihrer großen Beteiligung bei einer spontan einberufenen Kundgebung vor der Synagoge deutlich, dass sie solche Provokationen nicht dulden. „Wir sind uneingeschränkt solidarisch mit den Betroffenen antisemitischer Anfeindungen und Angriffe“, so Bündnissprecher Sebastian Wertmüller auf der Kundgebung vor der Synagoge. Dort dankte auch die Sprecherin der jüdischen Gemeinde für diese Solidarität.
Die Aggressivität der Neonazis wird auch daran deutlich, dass es auf dem ihnen zugewiesenen Ausweichplatz hinter dem Schloss zu einem tätlichen Angriff eines Faschisten auf einen Pressevertreter kam. Dennoch erlaubten die Behörden den Neonazis nach ihrer Zusammenrottung einen Marsch zu einem weiteren Platz in der Braunschweiger Weststadt. Doch auch dort wurde ihrer Minikundgebung (23 Rechtsradikale laut BZ) mit mehr als 250 Antifaschist*innen „lautstark begegnet“, so Mecki Hartung, Landessprecherin der VVN-BdA Niedersachsen. Sie ergänzte:“ ‚Die Rechte‘ ist bekannt als demokratiefeindlich und erwiesenermaßen gewaltbereit. Ihr sollten überhaupt keine Aufmärsche genehmigt werden!“

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