Geschichte des KZ Laagberg in den „Wolfsburger Nachrichten“

23. Juli 2017

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Luftbild heute

Die Wolfsburger Nachrichten haben mit zwei Sonderseiten über die Geschichte des KZ Laagberg und die gegenwärtige Diskussion um den Umgang mit den Barackenfundamenten berichtet. Die Kultur-Redakteurin Eva Hieber führte dazu umfangreiche und gut fundierte Recherchen durch. Sie hat der VVN-BdA Wolfsburg dankenswerter Weise erlaubt, ihre Artikel auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Sie sind hier, durchnummeriert als WN 1 bis WN 7, nach zu lesen.

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Gesprächskreis hat Fragen an den OB

16. Juli 2017

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Auf Einladung der VVN-BdA Wolfsburg e.V. haben sich 15 Interessierte in der Bonhoeffergemeinde Westhagen getroffen. Sie tauschten sich aus zu Fragen des Umgangs mit den Fundamentfunden des KZ Laagberg und trugen zahlreiche Ideen zusammen, die das Interesse wecken und wach halten können. Dazu gehören eventuell eine Veranstaltungsreihe mit Experten, kulturellen Beiträgen, einer Ausstellung u.v.a.m.
Alle waren sich einig: ein Einkaufszentrum braucht man an der Stelle nicht (2 Penny-Märkte und ein Lidl-Geschäft befinden sich in der Nähe); die einmaligen originalen Funde müssen am historischen Ort bleiben.

Die am 21.6. im Rat der Stadt von OB Mohrs gehaltene Rede gab Anlass zu Fragen, die heute in einem Brief an ihn formuliert wurden. Dieser Brief kann hier gelesen werden …

Fragen an den OB

Fundamentrelikte nach knapp 3 Monaten endlich besser vor Witterung geschützt

11. Juli 2017

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Nachdem am 13. April die archäologischen Grabungen und die Dokumentation der Fundamentfunde abgeschlossen waren, haben wir mit Sorge verfolgt, wie sie den unterschiedlichen Wetterlagen ausgesetzt waren. Die Mitarbeiter der archäologischen Grabungsfirma „Arcontor“ äußerten schon während der Freilegung, dass die Betonfundamente in einem sehr schlechten Zustand seien.
Dies betonte auch die Stadt wiederholt; u.a. begründete sie damit, dass die Fundamentfunde an einem anderen Ort ‚museal‘ erhalten werden müssen.
Einen entsprechend fürsorglichen Umgang mit den einmaligen Funden konnten wir nicht beobachten.

Erst am 19.5. hatte dann ein provisorischer Schutz durch Plastikflatterbänder und darauf gelegte Steine stattgefunden, ein Abpumpen des Regenwassers v.a. aus einem der tonhaltigen Bereiche erfolgte erst nach dem 3.7.
Heute, 10.7., wurde knapp 3 Monate nach der Freilegung der unwiederbringlichen Zeugnisse des KZ Laagberg eine Holzkonstruktion über den Fundamenten mit Dachlatten in den Boden geschlagen. Das erleichtert uns.
Für den Winter wird es aber nicht ausreichen.

Ratsentscheidung zur Erinnerung an das KZ Laagberg auf August verschoben

27. Juni 2017

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IGMetall – Bildungsurlaub am 21.6. 2017

Die Entscheidung des Rates der Stadt Wolfsburg, wie mit den Fundamentfunden des Außenlagers des KZ Neuengamme, KZ Laagberg, verfahren wird und in welcher Weise an das Außenlager erinnert werden soll, ist überraschend auf eine Sondersitzung im August verschoben worden. Kurz vor der Entscheidung des Wolfsburger Rates hatten sich mit dem “Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.” und dem “Netzwerk Lagergemeinschaften” zwei bedeutende Organisationen der Verfolgten in einem Brief an OB Mohrs und die Ratsfraktionen für den Verbleib der KZ-Fundamente am traumatischen historischen Ort ausgesprochen – siehe unsere Meldung vom 20. Juni. Die VVN-BdA Wolfsburg begrüßt es, dass nun ganz im Sinne der Intervention der Verfolgten-Organisationen mehr Zeit gewonnen wurde, um über den würdigen Umgang mit den Relikten aus der Vergangenheit Wolfsburgs nach zu denken. Wir erwarten jetzt, dass in Zukunft kontinuierlich sowohl interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten wird ihre Ideen und Vorschläge für Lage und Konzeption der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen, als auch, dass bei Bedarf externe BeraterInnen hinzugezogen werden. Das Integrationsreferat hatte 2010 ein hervorragendes Beispiel für ernst gemeinte Bürgerbeteiligung realisiert.

Verfolgten-Organisationen für Verbleib der KZ-Fundamente am Originalplatz

20. Juni 2017

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Lib.-Jüd. Gemeinde und Gleichgesinnte am Gedenkort

Kurz vor der Entscheidung des Wolfsburger Rates, in welcher Weise an das Außenlager Laagberg des KZ Neuengamme erinnert werden soll, haben sich mit dem „Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland“ und dem „Netzwerk Lagergemeinschaften“ zwei bedeutende Organisationen der Verfolgten in einem Brief an OB Mohrs und die Ratsfraktionen für den Verbleib der KZ-Fundamente am Originalplatz ausgesprochen. Beide Organisationen sind einverstanden, dass wir den Brief veröffentlichen.

Die Schreiben im Original findet ihr hier: „>>“

AK Brief Wolfsburg KZ Laagberg_Juni 2017

Forderung LAGs zu Fundamentfunden

Prof. Bernbeck (Berlin) für Verbleib der KZ-Fundamente am originalen Platz

14. Juni 2017

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IMG_7205Am 21. Juni entscheidet der Rat darüber, in welcher Weise an das Außenlager Laagberg des KZ Neuengamme erinnert werden soll. Bei Bauarbeiten waren Anfang April die relativ gut erhaltenen Fundamente einer von vier KZ-Baracken freigelegt worden. Einig sind sich inzwischen alle demokratischen Ratsfraktionen, dass das lange verdrängte KZ durch eine Erinnerungs- und Gedenkstätte ins Stadtgedächtnis zurück geholt werden soll. Strittig ist, ob die Originalfundamente am authentischen Ort verbleiben und dort in ein Gesamtkonzept integriert werden oder ob sie abgetragen, auf das Wiesenstück neben dem Lidl-Markt verlagert und, museal aufbereitet, in der dort zu errichtenden Gedenkstätte gezeigt werden sollen.
Blieben die Fundamente am Originalplatz erhalten, müsste die Neuland ihre Baupläne verändern. Durch die Verlagerung wäre der Bau des Einkaufszentrums wesentlich weniger beeinträchtigt. Nach mehreren Diskussionsbeiträgen in Presse, Rundfunk und Fernsehen hat sich nun auch der renommierte Professor für Moderne Archäologie, Reinhard Bernbeck, in einem Brief an die Ratsfraktionen zu Wort gemeldet. Mit seiner Erlaubnis veröffentlichen wir diesen Brief (hier).
Wir hoffen, dass diese eindrückliche Stellungnahme von den Ratsfraktionen bei ihrer Entscheidung berücksichtigt wird. Außerdem erwartet die VVN-BdA, dass der Ratsbeschluss interessierten Bürgerinnen und Bürgern frühzeitig die Möglichkeit bietet, ihre Ideen und Vorschläge für Lage und Konzeption der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen.

Brief von Prof.Bernbeck als PDF

Ehemaliges KZ am Laagberg: Erinnerungsstätte geplant

13. Mai 2017

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unnamedIn Wolfsburg, im Faschismus „Stadt des KdF-Wagens“, sind seit Anfang April die Fundamente einer Baracke des KZ Laagberg frei gelegt worden. Am Standort des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme sollen demnächst ein Supermarkt und Wohnungen gebaut werden. Nachdem die Funde zuerst lediglich dokumentiert und abgetragen werden sollten, ist nun aktuellen Presseberichten (SAT1) zufolge eine Erinnerungs- und Bildungsstätte geplant. Auch der NDR berichtete (NDR). „Wir wollen für die nachfolgenden Generationen einen Ort der Erinnerung schaffen“  wird OB Mohrs zitiert (WN vom 10.5.). Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat sicherlich der aufrüttelnde, offene Brief der “Amicale Internationale KZ  Neuengamme“ entscheidend beigetragen, den wir mit Einverständnis der Amicale zitieren durften – siehe unsere Meldung vom 16. April.

Zwar soll weiterhin an der jetzigen Fundstelle der Fundamente die Tiefgarage des Einkaufszentrums gebaut werden. Die Fundamente sollen dafür auf einen anderen Teil des Areals an der Breslauer Straße versetzt werden, wahrscheinlich in die Nähe der bereits existierenden Stele. Dort hatte die VVN-BdA Wolfsburg bereits im letzten September an den Todesmarsch der Häftlinge vom KZ Laagberg in das Sterbelager Wöbbelin erinnert und eine würdige Gedenkstätte gefordert – siehe unsere Meldung vom 23. September 2016.
Wo genau die Gedenkstätte mit den Fundamenten entstehen soll, stehe noch nicht endgültig fest. Das werde die Politik in einem Ratsbeschluss im Juni festlegen. Außerdem will die Stadt die Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme mit ins Boot holen (WAZ vom 10.5.17).

Die VVN-BdA Wolfsburg ist über die geplante Errichtung dieser Erinnerungs- und Bildungsstätte sehr erfreut, auch wenn die Errichtung unter Einbeziehung der Originalfundamente am authentischen Ort das Optimale wäre. Die VVN-BdA hofft nun, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Vorschläge für Lage und Konzeption der Erinnerungs- und Bildungsstätte einzubringen.

8.Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus 2017

2. Mai 2017

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Auch in diesem Jahr laden wir zu den Gedenk- veranstaltungen am 8.Mai herzlich ein. Leider ist in Deutschland der 8.Mai noch kein arbeitsfreier, offizieller Feiertag wie z.B. in Frankreich. Demokratische, antifaschistische BürgerInnen kommen um 17.00h zur Gedenkstätte Werderstraße. Auf dem Flyer Flyer WOBbefinden sich Informationen zu weiteren Veranstaltungen.

Gedenkfeier auf dem Sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten

26. April 2017

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IMG_6764Am 23. April hatte die VVN-BdA Niedersachsen zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 72.Jahrestages der Befreiung der sowjetischen Kriegsgefangenen auf den Friedhof Hörsten, nahe dem KZ Bergen-Belsen, eingeladen. Unter den gut 30 Besuchern konnte die Landessprecherin Mechthild Hartung auch den Botschaftsrat Alexander Levanowitsch als Vertreter der Republik Belarus begrüßen. Sie erinnerte in ihren einführenden Worten an das schreckliche Schicksal der etwa 20.000 Soldaten der Roten Armee, die in dem von der Wehrmacht nur völlig unzureichend versorgten Lager vor allem im ersten Kriegswinter nach dem Überfall auf die SU massenhaft umgekommen sind. Obwohl dieser Friedhof – gemessen an der Zahl der Toten – die größte Anlage in der BRD ist, war er im Kalten Krieg einem systematischen Vergessen anheim gegeben. Nur die VVN-BdA hat das in dieser Zeit durch regelmäßige Gedenkfeiern verhindert. Erst in den letzten Jahren wird auch von Seiten der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten und dem Land Niedersachsen am Befreiungstag des KZ Bergen-Belsen an diese Opfer der Roten Armee erinnert. Deswegen dankte Botschaftsrat Levanowitsch auch ausdrücklich der VVN-BdA und den Anwesenden für diese und frühere Gedenkfeiern. Sein Land, das ein Drittel seiner Bevölkerung durch den Überfall der Nazi-Wehrmacht verloren hat, kennt die Schrecken des Faschismus und reiche allen Menschen die Hand, die gemeinsam für Frieden und Antifaschismus eintreten wollen.
Als Hauptrednerin betonte Vera Hilbich, eine junge Mitarbeiterin der WABE, einem Bündnis für Demokratie und Zivilcourage aus Verden, die Bedeutung der antifaschistischen Arbeit unter jungen Menschen gerade in diesem ländlichen Raum. Hier fühlten sich junge AntifaschistInnen nicht selten von den offiziellen Stellen alleine gelassen, manchmal sogar eher behindert und schlimmstenfalls kriminalisiert. Für diese Ermutigung der jungen AntifaschistInnen hätten gerade auch solche Erinnerungsveranstaltungen an die Verbrechen der Nazis in der eigenen Region große Bedeutung. Denn obwohl auf fast allen Bauernhöfen in der Nazizeit ZwangsarbeiterInnen schuften mussten, wird auch heute noch dieses Unrecht nicht selten geleugnet oder beschönigt. Vera hat uns ihre Rede zur Verfügung gestellt, die man hier lesen kann. Rede Hörsten 23.4.2017
Die Wichtigkeit der antifaschistischen Bildungsarbeit unter jungen GewerkschafterInnen betonte auch Ruben Eick, der als DGB-Jugendsekretär Nds-Bremen-Sachsen-Anhalt für den Mitveranstalter DGB Niedersachsen-Nordost sprach. Denn leider machten Nationalismus und Standortdenken auch vor den KollegInnen in den Betrieben nicht halt. Deswegen sei eine Zusammenarbeit aller antifaschistischen und demokratischen Kräfte notwendiger denn je.
IMG_6750Ein aktuelles Beispiel für antifaschistische Aktionen präsentierten abschließend drei junge Teilnehmerinnen des Internationalen Jugend-Workcamps Bergen-Belsen, das vor Ostern stattgefunden hatte. Mit ihrem Transparent (siehe Bild) hatten sie zusammen mit ca 100 TeilnehmerInnen gegen das Treffen der „Ludendorffer“, einem reaktionären und rassistischen Verein, am Karfreitag in Dorfmark demonstriert.
Musikalisch wurde die Gedenkfeier erneut von der Hannoveraner Songgruppe „Agitprop“ gestaltet, die mit antifaschistischen, z.T. auf Russisch gesungenen Liedern, der gelungenen Veranstaltung einen würdigen und bewegenden Rahmen gaben.

Brief an die Stadt Wolfsburg

16. April 2017

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UnbenanntNachdem die VVN-BdA e.V. die “Amicale Internationale KZ Neuengamme“ über die Freilegung der KZ-Barackenfundamente informiert hatte, reagierte diese Internationale Verfolgtenorganisation mit einem aufrüttelnden Brief an Herrn Oberbürgermeister Mohrs, der gleichzeitig an die VVN-BdA, die lokalen Zeitungen sowie an das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation u.a. gesendet wurde.
Wir freuen uns die Erlaubnis erhalten zu haben diesen Brief hier zu wörtlich zu veröffentlichen:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich wende mich an Sie als Präsident des Internationalen Verbandes der Überlebenden des KZ Neuengamme und ihrer Angehörigen. Die Amicale Internationale KZ Neuengamme ist vor wenigen Tagen über die aktuellen Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Fallersleben-Laagberg informiert worden.

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