27. Januar 2026: Auschwitz-Gedenken in Wolfsburg

7. Februar 2026

M. Hartung erläutert das Modell des KZ Laagberg. Foto: A. Hartung

Unter dem Motto „Wenn wir schweigen haben sie gewonnen“ hatte die Stadt Wolfsburg bereits am 22.1. gemeinsam mit dem Internationalen Auschwitz Komitee (IAK) und dem „Wolfsburger Verein Erinnerung und Zukunft“ ins Kulturzentrum Hallenbad eingeladen. Im Foyer des „Hallenbad – Kultur am Schachtweg“ konnten Wolfsburger Initiativen wiederum über ihre Aktivitäten informieren.

Auch die VVN-BdA Wolfsburg war mit einem gut besuchten Infostand vertreten. In den Mittelpunkt ihrer Information mit einer Powerpoint-Präsentation stellte sie erneut die Forderung, dass der geplante Bau des Gedenk- und Lernorts KZ – Außenlager Laagberg sieben Jahre nach dem Ratsbeschluss dazu nun endlich begonnen werden müsse. Diese Forderung wird inzwischen von mehreren Wolfsburger Persönlichkeiten und Initiativen, darunter dem neu gegründeten „Freundeskreis Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager Laagberg“, geteilt. Wesentlich dazu beigetragen hat sicherlich das nicht nachlassende Interesse in Frankreich, woher die Hälfte der etwa 800 Häftlinge stammten (z.B. Link).

Auch der erneute Besuch von Jean-Michel Gaussot, Sohn des auf dem Todesmarsch nach Wöbbelin umgekommenen Jean Gaussot, hat wesentlichen Anteil daran (Link).

Jean-Michel Gaussot war im April 2025 anlässlich der Erinnerung an die 80. Wiederkehr des Todesmarsches vom Laagberg zu der Gedenkveranstaltung gekommen. Sein mit Hilfe der VVN auf Deutsch vorgestelltes Buch „Ode an den großen Abwesenden“ (Link) wird inzwischen bei städtischen Veranstaltungen als Geschenk verteilt.

Diese verschiedenen Aktivitäten haben sicher mit dazu beigetragen, dass sich OB Weilmann in seinem per Video vorgetragenen Grußwort auf der Veranstaltung definitiv auf das Jahr 2026 als Baubeginn festgelegt hat. Dafür bekam er großen Applaus.

„Stadt des KdF-Wagens“

Am Auschwitz-Gedenktag selbst, dem 27. Januar, wurde dann auch auf der „Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus“ in der Werderstraße an die Nazi-Verbrechen in Auschwitz, aber auch in der ehemaligen „Stadt des KdF-Wagens“ erinnert. Auf der Gedenkstätte sind mehr als 470 Opfer v.a. aus Polen und der Sowjetunion begraben, die an den Folgen der Zwangsarbeit im damaligen Volkswagenwerk starben, darunter mehr als 150 Kleinkinder und Babys.

Knapp 50 Bürger*innen nahmen trotz schneidender Kälte teil, darunter eine große Gruppe Schüler*innen der HNG Gesamtschule. Sieben von ihnen trugen selbstverfasste Texte vor, die an die damaligen Verbrechen in der KdF-Stadt erinnerten, aber auch vor heutigem Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit warnten. Ein aktuelles Thema wurde aufgegriffen: die Bedeutung der „Social Media“ und die Anfälligkeit vieler Jugendlicher für die dort verbreiteten rechten Inhalte.

Städtische Gliederungen, die IG Metall und zivilgesellschaftliche Initiativen, darunter auch die VVN-BdA Wolfsburg, legten vor dem von der sowjetischen Militäradministration 1946 errichteten Mahnmal Kränze und Gebinde nieder. „Es ist gut und wichtig, dass das Gedenken an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee in würdiger Form erhalten bleibt“, so die VVN-Kreisvorsitzende Mecki Hartung zu den Veranstaltungen in Wolfsburg. „Wir als VVN-BdA sehen diese Erinnerungsarbeit und unsere Beteiligung daran als Unterstützung gegen die rassistische Hetze der AfD. Die Gefahr, dass es ab September 2026 im Nachbarland Sachsen-Anhalt einen AfD-Ministerpräsidenten geben könnte, macht diese Arbeit umso dringender. Für uns gilt: Erinnern, Mahnen, Handeln!“ A. Hartung

Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus, Wolfsburg, am 27. Januar. Foto: A. Hartung